Wien – verliebt in eine Stadt

Wien, die Weltstadt

vielove.at hat zur Blogparade über das wunderschöne Wien aufgerufen. Und da mein Herz seit meinem Aufenthalt dort für diese Stadt schlägt, muss ich mich natürlich beteiligen.

Ich durfte Wien kennen lernen, als ich ein Auslandssemester an der Uni dort verbrachte. Und seitdem ist es ein Wunsch von mir, irgendwann wieder mal dort zu leben.

 

Wien, die Weltstadt

Als Kind vom Dorf war ich die ersten paar Tage/Wochen komplett überfordert mit der Größe der Stadt, der Menge an Menschen und all den Eindrücken, die auf mich einprasselten. Am Anfang habe ich natürlich das klassische Touristenprogramm einmal abgearbeitet, um alles „wichtige“ gesehen zu haben. Architekturfans kommen hier auf jeden Fall voll auf ihre Kosten und auch als Geschichtsliebhaber bietet Wien allerhand. Vom Stephansdom über die Hofburg bis hin zum Prater, quasi hinter jeder Ecke stößt man schon wieder auf irgendeine Sehenswürdigkeit.

Mein persönliches Highlight waren die vielfältigen Theater der Stadt und natürlich die Universität. Da meine Heimatuni ein sehr neues und hochmodernes Gebäude ist, war es eine so faszinierende Abwechslung, ein Semester in diesen alten, ehrwürdigen Hallen zu lernen. Ich weiß nicht, wie es anderen da geht, aber ich für meinen Teil hab mich direkt schon intelligenter gefühlt, wenn ich nur durch den Innenhof der Hauptuni spaziert bin.

Wien, die Weltstadt
Hautpgebäuder Universität Wien

 

Wien, die Weltstadt
Stephansdom

Kulinarische Köstlichkeiten

Natürlich hat Wien auch kulinarisch einiges zu bieten. Vom klassischen Wiener Schnitzel, über die Leberkässemmel bis hin zur Sachertorte, habe ich alles probiert. (Damals habe ich noch Fleisch gegessen, heute fällt das meiste davon dann leider flach.) Und in Wien wurde ich zur Kaffee-Trinkerin. Tatsächlich habe ich 22 Jahre meines Lebens keinen Schluck Kaffee getrunken, doch während meiner Zeit in der österreichischen Hauptstadt habe ich ihn lieben gelernt. Ob das daran lag, dass man dort grundsätzlich besseren Kaffee serviert, oder daran, dass manche Dinge in einer neuen Umgebung auf einmal besser sind – keine Ahnung, aber ich trinke immer noch sehr gerne Kaffee, auch in Deutschland oder Luxemburg.

Wien, die Weltstadt
Sachertorte und Milchkaffee

Kitsch, Kitsch, Kitsch und Kitsch

Da ich das Wintersemester in Wien verbracht habe, hatte ich die tolle Chance, die wunderschönen Weihnachtsmärkte in der ganzen Stadt zu besuchen. Für so eine Weihnachtsromantikerin wie mich gibt es quasi nichts besseres. Nicht nur, dass man sich auch hier mit allen möglichen Leckereien vollstopfen kann, sondern die Atmosphäre in der gesamten Stadt ist einfach schrecklich kitschig. Da muss man natürlich drauf stehen – ich tu’s. Einige der Märkte sind touristischer – wie zum Beispiel der am Rathausplatz –, aber wenn man ein bisschen sucht (oder Einheimische fragt, wie ich es getan habe), dann findet man auch total süße, kleine Märkte, die nicht so überlaufen sind und wo man tatsächlich hauptsächlich auf Wiener trifft.

Wien, die Weltstadt
Weihnachtsmarkt am Rathausplatz

 

Verliebt in Wien

Bevor ich nach Wien aufgebrochen bin, hat mich jeder davor gewarnt, dass die Österreicher – und die Wiener im Besonderen – so unfreundliche Menschen seien und man sich da drauf einstellen muss. Vor allem als Deutscher sei man nicht besonders gut gelitten. Ich muss sagen, dass ich diesen Eindruck überhaupt nicht bestätigen kann und habe eigentlich nur positive Erfahrungen gemacht.

Auch deswegen kann ich es kaum erwarten, wenn ich endlich wieder die Chance haben werde, diese wunderschöne, weltoffene und abwechslungsreiche Stadt besuchen zu können.

Wien, die Weltstadt
Burgtheater
Wien, die Weltstadt
Stephansdom

 

Wien, die Weltstadt
Hofburg
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Warum ein Auslandssemester dein Studium bereichert

Warum ein Auslandssemester

Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade auf dem Blog The Road Most Travelled von Michelle. Da ich sowieso geplant hatte, einen Beitrag über mein Auslandssemester zu schreiben, reihe ich mich hiermit einfach ein. Wer auch gerne mitmachen möchte, findet alles Infos auf Michelles Blog

Unzählige Studenten stehen ja immer wieder vor der Frage: Auslandssemester – ja oder nein? Und wenn ja wie? Es gibt heute zig Möglichkeiten seinen Aufenthalt im Ausland zu gestalten. Mir hat sich diese Frage nach dem Ob gar nicht erst gestellt, denn an meiner Uni war es verpflichtend, mindestens ein Semester im Ausland verbracht zu haben, um den Bachelor-Abschluss erhalten zu können. Die Frage nach dem Wie war auch ziemlich schnell geklärt. Wenn ich innerhalb der EU bleiben möchte, gibt es Abkommen zwischen den Unis über das Erasmus+-Programm, welches eben auch von der EU finanziell gefördert wird. Wer die EU oder sogar Europa ganz verlassen will, kann sich auf ein Global Exchange-Programm bewerben.

Wohin zum Auslandssemester?

Die Frage die dann eben unausweichlich blieb, war die nach dem Wo. Meine Uni hat sehr viele Abkommen mit anderen Universitäten in ganz Europa, also schaute ich mir zuerst mal diese Liste an. Für mich stand fest, dass ich die Landessprache dort beherrschen möchte, daher blieb eigentlich nur noch Frankreich, England oder ein deutschsprachiges Land. Da ich Germanistik studiert habe, fiel meine Wahl dann tatsächlich sehr schnell auf die österreichische Hauptstadt Wien.

Da ich bisher nur positives über die Stadt gehört hatte und sie auch gerne einmal sehen wollte, war diese Wahl perfekt. Dazu kommt, dass die Universität Wien das größte Gegenteil zu meiner Heimatuni Luxemburg ist, das es nur geben kann. Und damit kommen wir auch schon zu den Vorteilen, die dir ein Aufenthalt an einer ausländischen Uni bringen kann.

Warum ein Auslandssemester
Von der alten Architektur der Uni Wien war ich nachhaltig begeistert.

Gründe für ein Auslandssemester

  • Den persönlichen Horizont erweitern. Ein neues Land, eine neue Stadt, eine neue Uni, natürlich auch viele neue Menschen, die du kennenlernst. Manchmal können all diese Eindrücke einen erschlagen, aber ich zumindest habe mich nach einer Eingewöhnungsphase sehr wohl gefühlt in der Stadt meiner Wahl. Wer in den Seminaren nicht schnell Anschluss findet, kann sich über Erasmus+-Netzwerke mit anderen Austauschstudierenden in Verbindung setzen, die auch gerade in der Stadt sind. So bleibt man eigentlich nur alleine, wenn man alleine sein möchte.
  • Neue Arten des Lehrens und Lernens entdecken. Für mich persönlich war die Uni Wien erstmal ein riesiger Kulturschock. Meine Heimatuni ist gerade mal 15 Jahre alt, hat derzeit etwas mehr als 6000 Studierende (in allen Bachelor-, Master- und PhD-Programmen zusammen) und rund 240 Dozenten und Dozentinnen. Damit ist ein Dozent im Schnitt für etwa 25 Studenten zuständig, was natürlich einen sehr persönlichen Austausch begünstigt. Alle meine Dozenten kannten meinen Namen und so war ich erstmal etwas überfordert als ich an die mehr als 650 Jahre alte Uni Wien kam. Hier werden rund 92.000 Menschen von etwa 1000 Lehrenden unterrichtet. Die schieren Menschenmassen haben mich zunächst etwas überfordert und auch der Umstand, dass ich jetzt einfach nur noch eine Nummer war, hat mich ein bisschen hilflos gemacht. Aber im Nachhinein war es sehr erfrischend, mal aus diesem Mikrokosmos, in dem ich vorher war, herauszukommen und etwas Neues zu sehen.

    Warum ein Auslandssemester
    Wenn man hier entlanggeht, fühlt man sich schon gleich intelligenter.
  • Herausforderung an dich selbst. Du musst aus der eigenen Komfortzone herauskommen, wenn du ein erfolgreiches Semester im Ausland absolvieren willst. Aber im Grunde genommen, ist es ja nichts anderes, als auch schon im ersten Semester. Da kam man ja auch ganz neu an eine Uni, womöglich auch neu in die Stadt und musste ich erst zurechtfinden. Genau das passiert auch jetzt wieder, nur, dass du jetzt ja schon ungefähr weißt, wie es geht.
  • Eine neue Kultur kennenlernen. Natürlich spielt sich nicht das ganze Leben an der Uni ab und es gibt so viel zu entdecken, wenn man in ein anderes Land kommt. Ich war ja „nur“ in Österreich, aber auch hier war es schon beeindrucken, wie anders die Kultur dann doch im Vergleich zu Deutschland ist. Traut man sich noch weiter weg, ist dieser Unterschied natürlich noch größer.
  • Reisen mit finanzieller Unterstützung. Innerhalb der EU steht euch ein monatliches Stipendium von Erasmus+ zu, das je nach Stadt unterschiedlich hoch ausfällt. Es wird nicht reichen, um komplett davon leben zu können, aber es ist ein Anfang. Und wann wird man schonmal für’s Reisen bezahlt?

Wie gesagt, wurde mir die Entscheidung, ob ich überhaupt ein Auslandssemester machen will, abgenommen. Von allein hätte ich mich wahrscheinlich nicht getraut, aber im Nachhinein war es eine der besten Erfahrungen, die ich während meines Studiums gemacht habe und die ich nicht mehr missen möchte.

Deswegen appelliere ich an jeden, der die Möglichkeit hat, diese Erfahrung zu machen – macht sie!

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