Die Sache mit den Entscheidungen

Wegweiser im Sonnenuntergang

Ich bin echt nicht gut darin, Entscheidungen zu treffen. Das fängt bei Kleinigkeiten an, wie: Was will ich heute anziehen? Und was gibt es eigentlich zum Abendessen? Es geht aber auch sehr viel weiter bis hin zu existentiellen Fragen: Wo will ich hin im Leben? Was ist mir wirklich wichtig?

Das Problem dabei: Wir leben in einer Zeit, die uns schier endlose Möglichkeiten bietet. Sich da zu entscheiden, ist einfach nur überfordernd und stressig. Immer besteht die Gefahr, vielleicht doch etwas Besseres zu verpassen. Denn die Entscheidung für etwas ist ja auch immer die Entscheidung gegen alles andere. Oder zumindest gegen das Meiste.

Jetzt ist es aber so, dass wir normalerweise nicht darum herum kommen, wenigstens ein paar Entscheidungen zu treffen. Was wir arbeiten und wo, mit wem wir zusammen sein wollen, wo wir leben. Klar, kann man sich auch einfach treiben lassen und mehr oder weniger die Umstände entscheiden lassen oder andere Menschen. Aber will man das? Also ich nicht. Ich möchte ein selbstbestimmtes Leben führen und mich nicht einfach von äußeren Gegebenheiten in eine Richtung schieben lassen.

Ich will selbst die Verantwortung für mein Leben übernehmen. Doch das ist – wie bereits gesagt – stressig, überfordernd, unangenehm und oft sogar schmerzhaft.

Vor ein paar Wochen habe ich vor einer ziemlich großen Entscheidung gestanden. Ich habe Jahre investiert, um den Beruf machen zu können, den ich mir als meinen Traum vorgestellt habe. Doch dann ist etwas passiert, womit ich nie gerechnet hätte: niemand wollte mich in dieser Position einstellen. Doch ich habe weitergekämpft, habe Coachings gemacht, meine Strategien verbessert, an meinem Selbstbewusstsein gearbeitet. Doch weiterhin nichts. Dieser Zustand besteht jetzt seit zwei Jahren und irgendwann im Laufe der letzten Monate hat sich der Gedanke eingeschlichen, dass ich vielleicht auf dem Holzweg bin. Was, wenn ich all die Jahre im Studium in eine Fantasie investiert habe, die sich niemals erfüllen wird?

Wow, das muss erstmal sacken.

Das ist erstmal eine sehr harte Erkenntnis. Fakt ist aber auch, dass mein Interesse langsam aber stetig nachgelassen hat. Also nicht mein Interesse an der Sache selbst, aber an dem damit verbundenen Job. Es war wie so eine Art Trotzreaktion: „Na, wenn ihr mich nicht wollt, dann verpasst ihr halt was. Ich mach jetzt was anderes.“

Pfeile auf dem Boden nach links, vorne und rechts
Wie soll man sich da entscheiden?

Trotzdem habe ich noch weiter daran festgehalten. Die Argumentation in meinem Kopf, war in etwa wie folgt: Du hast so viel Zeit da reingesteckt. Studium, Praktika, du warst immer eine der besten. Du kannst nicht einfach so aufgeben.

Aber die Wahrheit ist doch: Ich gebe nicht „einfach so“ auf. Ich habe zwei Jahre lang Bewerbungen geschrieben, bin zu Vorstellungsgesprächen gefahren, mein Selbstwertgefühl ist immer weiter in den Keller gerasselt und es gab lange Phasen, in denen ich morgens gar nicht mehr aus dem Bett kommen wollte. Weil ich den Sinn in dieser Anstrengung nicht mehr gesehen habe. Betrachtet man all das mal nüchtern, dann stellt sich doch die Frage: Ist es das wert? Ist ein Job wirklich all diese Strapazen wert? Ich denke nicht.

Das war dann also langsam mal klar. Aber ganz bewusst die Entscheidung zu treffen, mir all das nicht mehr anzutun – das war damit noch lange nicht geschehen. Es mussten noch ein paar Wochen vergehen, in denen ich mit M., mit meiner Familie, mit meiner Therapeutin darüber debattierte, was ich nun tun soll. Und sie alle sagten mir vor allem eins:

„Tu das, was für dich gut ist.“

Doch genau das ist es, was den meisten von uns so schwerfällt. Wir nehmen zu viel Rücksicht auf andere, halten an Plänen fest, die so nicht mehr haltbar sind, wollen einem Bild von uns selbst gerecht werden, das wir aber eigentlich gar nicht sind.

Und zunächst mal ist an Dinge festhalten und sie nicht bei der ersten Schwierigkeit aufgeben, etwas Gutes. Aber auf Dauer müssen wir uns fragen, was uns persönlich gerade guttut. Ob es uns weiterhin guttut, an einer Idee festzuhalten oder es besser für uns wäre, sie loszulassen. Das ist verdammt hart und kann schmerzhaft sein. Aber ich bin mir sicher, dass es auf Dauer besser für uns ist.

Und deswegen tue ich jetzt genau das. Ich entscheide mich für’s Loslassen und mache das, was gut für mich ist. Was das sein wird, das weiß ich jetzt noch nicht. Ich bin auf der Suche, aber ich bin auch zuversichtlich, dass ich am Ende fündig sein werde.

Organisiert ins neue Semester starten [Studententipps]

Organisation im Studium

Das neue Semester hat begonnen und viele Studenten stehen jetzt wohl wieder vor einem Haufen Seminaren, die besucht, vor- und nachbearbeitet werden wollen. Vielen haben nebenbei noch einen Job, der nötig ist, um Geld zu verdienen und Freizeit will man ja auch noch irgendwann haben. Statt sich jetzt aber einfach Hals über Kopf ins Getümmel zu stürzen und das Beste, zu hoffen, muss eine gute Planung her. Organisation ist das A und O, wenn ihr im Studium nicht mangels Schlaf mit Daueraugenringen herumlaufen wollt.

Auf Wiebkes Blog bin ich auf eine Blogparade zu dem Thema gestoßen und schließe mich mit diesem Artikel ihrer wunderbaren Idee an. Immerhin kann ich nach jetzt vier Jahren an der Uni ein paar gute Tipps geben, wie ihr euch am besten organisiert und nicht ins Chaos verfallt.

 

Sinnvolle Organisation durch Prioritäten

 

So verlockend es auch sein kann, auf allen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen und möglichst viele Veranstaltungen auf einmal zu belegen. Das mag eine Zeitlang gut gehen, aber spätestens in der Prüfungsphase wird es sich rächen. Es sei denn natürlich ihr habt ein fotografisches Gedächtnis oder seit Superbrain, aber davon gehe ich hier jetzt einfach mal nicht aus.

Also verschafft euch zuerst einmal einen Überblick. Welche Kurse müsst ihr auf jeden Fall belegen, weil sie zum Beispiel in diesem Semester verpflichtend sind? Das ist Priorität Nummer eins. Priorität Nummer zwei wäre dann genügend Zeit zur Vor- und Nachbereitung der einzelnen Seminare und Vorlesungen einzuplanen. Erfahrungsgemäß ist der Workload nicht das gesamte Semester über gleichbleibend viel, aber im Schnitt würde ich für jede Veranstaltung mindestens jeweils eine Stunde zur Vor- und eine zur Nachbereitung einrechnen. Wer dann noch Zeit und Lust hat, kann natürlich noch mehr Kurse über das Soll hinaus belegen, aber das sollte meiner Meinung nach immer gut überlegt sein.

Für die Meisten ist die dritte Priorität vermutlich die Arbeit. Da viele abends oder am Wochenende jobben, solltet ihr in diesem Fall bei eurer Planung einfach immer daran denken, dass ihr das Wochenende nicht oder nur teilweise zum Lernen verwenden könnt. Solltet ihr einen Job haben, bei dem ihr euch eure Zeit frei einteilen könnt, umso besser!

Organisation im Studium

Organisierte Auszeit

 

Für mich kommt als vierte Priorität, die auch organisiert werden will, der Sport dazu. Ja, ich plane, an welchen Tagen und zu welcher Uhrzeit ich ins Fitnessstudio gehe. Denn wir wissen es alle: Wenn es stressig wird, ist es meistens der Sport, der als erstes hintenüberfällt. Außerdem bieten diese zwei Stunden für mich eine Auszeit, wo ich nicht so viel mit dem Kopf arbeiten muss und danach kann ich wieder frisch an die Arbeit gehen.

Grundsätzlich sollte also für jeden eine Priorität sein, etwas zu tun, wobei er abschalten kann. Sei das nun Sport oder Stricken. Plant euch ganz bewusst Freiräume in der Woche, in denen ihr nicht an die Uni, nicht an die Arbeit denken müsst.

Organisation im Studium
Ein ordentlicher Arbeitsplatz, kann manchmal wunder wirken.

Wir organisiere ich meine Zeit?

 

Es gibt ja verschiedenste Möglichkeiten, diesen schönen Plan jetzt festzuhalten. Ich für meinen Teil bin ein total haptischer Typ und brauche meinen Filofax, in den ich alles von Hand eintrage. Andere planen lieber digital am Handy oder Tablet. Da habe ich auch schon ein paar Apps ausprobiert, aber bei den meisten sind die wirklich guten Funktionen immer kostenpflichtig, deswegen kann ich euch da keine App guten Gewissens empfehlen. Vielleicht hat ja der ein oder andere von euch eine gute Empfehlung?

Letztendlich muss jeder für sich herausfinden, was am besten funktioniert. Aber egal in welcher Form, ob digital oder auf Papier, wenn ihr eure Prioritäten klar setzt, kann eigentlich nichts mehr schief gehen und ihr seid gut gerüstet für ein erfolgreiches Semester.

 


Welche Tipps habt ihr sonst noch, um euch zu organisieren? Gibt es Dinge, die ich hier vergessen habe? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

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