3 Dinge, die ich durch Yoga für’s Leben gelernt habe

Seit etwa zwei Jahren praktiziere ich mal mehr, mal weniger regelmäßig Yoga. Ich bin noch total weit weg davon, in irgendeiner Weise Profi zu sein, vor allem weil ich bisher nur zu Hause mit YouTube trainiere. Mady Morrison und Fightmaster Yoga sind dabei meine liebsten Yogis.

Neben der physischen Praxis – dass ich gelernt habe, zu welchen merkwürdigen Verrunken mein Körper doch in der Lage ist –, habe ich durch Yoga auch ein paar mentale Dinge gelernt, die sich auf das ganze Leben anwenden lassen. Welche das sind, erfahrt ihr hier:

Atmen

Hört sich erstmal doof an, atmen kann man doch einfach so. Oder? Ja, dachte ich auch …
In der Yogapraxis ist es so, dass man meistens jeden Atemzug mit einer Bewegung verbindet. Dadurch konzentriert man sich natürlich sowieso mehr auf die Atmung. Gleichzeitig wird man aber auch beim längeren Halten von Positionen, die zum Teil auch echt anstrengend sind, daran erinnert, zu atmen. Und erst dann fällt einem immer auf, dass man die ganze Zeit die Luft angehalten hat. Wenn es anstrengend wird und ich mich konzentrieren muss, dann höre ich auf zu atmen. Ziemlich blöd, aber achtet mal drauf.
Und das gilt bei mir noch nicht einmal nur für körperliche Aktivitäten. Auch wenn ich mich beim Arbeiten mal sehr konzentrieren muss, merke ich, dass meine Atmung zumindest flacher wird, wenn nicht sogar komplett aufhört.

Durch Yoga erinnere ich mich öfter daran, richtig durchzuatmen. Gerade in Stress-Situationen ist das so viel hilfreicher, als man vielleicht vermuten würde. Probiert es mal aus.

Frau, die Yoga macht

Nicht alles, was leicht aussieht, ist auch leicht

Ich glaube jeder, der noch nie Yoga gemacht hat, denkt sich so: ach die paar Positionen da halten und ein bisschen Atmen, das ist doch nicht anstrengend. Ich war auch so. Und ich lag so falsch. Die Schwierigkeiten fangen teilweise ja schon dabei an, überhaupt in diese Position reinzukommen. Sie dann zu halten, ist nochmal eine ganz andere Geschichte.

Und ich finde, das ist eine schöne Metapher für’s Leben: Nur weil es bei manchen Leuten so aussieht, als hätten sie alles perfekt im Griff und ihr Leben sei total easy, muss das nicht so sein. Wahrscheinlich strengt diese Person sich sehr an, um alles im Griff zu haben – nur das sieht man nach außen nicht.

Frau, die Yoga macht

Loslassen

Dieser Punkt ist ähnlich wie das Atmen. Bei Entspannungshaltungen, meistens am Ende der Praxis, heißt es oft: Lass alles los. Und wenn ich dann so meinen Körper scanne, merke ich immer, wie angespannt ich bin, dass ich Muskeln kontrahiere, die ich überhaupt nicht brauche im Moment. Oder ganz klassisch: die Gesichtsmuskulatur. Achtet mal bewusst darauf, was ihr den ganzen Tag für angespannte Grimassen macht, das ist echt krass.

Das passiert mir auch meistens, wenn ich konzentriert bin. Dann gehen die Augenbrauen zusammen und der Kiefer verkrampft – so wie gerade jetzt, wo ich das hier schreibe.
Also: Öfter mal alles loslassen, das entspannt.


Macht ihr Yoga? Wenn ja, konntet ihr diese Dinge auch beobachten?

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Bodylove – ist das die Lösung?

Bodylove und Spreckröllchen

Bodylove, Bodypositivity, Selbstliebe … alles Vokabeln, die in den sozialen Medien gerade in aller Munde zu sein scheinen. Zumindest in meiner Bubble ist das so, aber ich denke bei vielen von euch auch. Die Hauptbotschaft: Jede/r sollte seinen Körper so lieben wie er ist, egal ob dick oder dünn, muskulös oder schwammig, groß oder klein, mit oder ohne Pickel, mit krummer Nase, Dehnungsstreifen und Cellulite … Jeder Körper ist schön und liebenswert.

Und ich finde das toll. Die Mode- und Fitnessindustrie hat in den letzten Jahren ein Körperbild promoted, das einfach nicht der Norm entspricht und die Unsicherheiten von vielen Menschen in Bezug auf ihren Körper verstärkt.

Das ist ein Problem. Und das Konzept Bodylove bietet ein Gegenmodell.

Auch mir ging es lange so, dass ich mich darüber definieren wollte, wie mein Körper aussieht, wie viel Sport ich mache, was ich esse usw. Irgendwann im letzten halben Jahr aber, hat es klick gemacht und ich habe gemerkt, dass mich dieses ganze Streben nach dem „perfekten“ Körper nicht glücklich macht. Was ist denn überhaupt perfekt? Wer definiert das? Sondern im Gegenteil. Wenn du einen vollen Teller mit leckerem Essen vor dir hast und in Gedanken erstmal die einzelnen Bestandteile auf ihre Nährwerte überprüfst, geht dir ein Haufen Lebensqualität verloren.

Durch meine Insta-Bubble darauf aufmerksam geworden, habe ich also angefangen mich mit bodylove und dem dahinter stehenden Gedanken zu beschäftigen. Das Konzept klingt logisch:

Hasse deinen Körper nicht für das, was er nicht kann oder ist, sondern liebe ihn für das, was er kann und ist.

Ziemlich schnell kam mir dann aber die Frage: Muss ich mich und meinen Körper denn immer lieben? Kann ich nicht auch mal einen schlechten Tag haben? Kann ich mich nicht auch an einem Abend mit Spaghetti überfressen und mich am nächsten Morgen deswegen ganz furchtbar fühlen?

Ich finde schon.

Collage mit Essen
Liebe ich Essen? Und wie. Verbiete ich mir ungesunde Dinge? Nicht mehr.

Ich glaube inzwischen, was wichtiger ist als bedingungslose Liebe, ist vor allem Akzeptanz. Denn ich kann inzwischen akzeptieren, dass ich kurze Beine und kein Sixpack habe (und auch nie eins haben werde, weil mir dazu die Disziplin fehlt). Ich akzeptiere meine Bauchröllchen im Sitzen und meine Cellulite. Ich mache immer noch leidenschaftlich gerne Krafttraining, aber nicht, weil ich meinen Körper optimieren will, sondern weil ich weiß, dass es meinem Körper und vor allem meiner Psyche gut tut (und ich werde schrecklich unleidlich, wenn ich das nicht regelmäßig ausüben kann). Aber ich esse auch leidenschaftlich gerne und möchte mir diese Lebensqualität nicht nehmen lassen.

Und auch wenn ich inzwischen ein überwiegend positives – und ja, manchmal liebendes – Verhältnis zu meinem Körper gefunden habe, gibt es diese schlechten Tage und ich finde, die darf es auch geben.

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