Blogparade: Reiseglück – mein Sommer 2019

SOS Fernweh hat zur Blogparade aufgerufen. Und wo ich doch gerade frisch aus dem Urlaub zurück bin, kann ich zum Thema Reiseglück auf jeden Fall etwas beitragen.

Reiseglück umringt von der Ostsee

Ich habe dieses Jahr keinen besonders fancy und schicken Urlaub gemacht, dafür aber sehr schön idyllisch und entspannt. Es ging für eine Woche auf die Ostseeinsel Hiddensee – ein klitzekleines friedliches Fleckchen Erde. Und für mich am wichtigsten: umgeben von Meer. (Auch wenn mir selbst am Anfang nicht klar war, wie wichtig mir das ist.)

Es war mein erstes Mal an der Ostsee, denn in vorherigen Urlauben hatte ich bisher nur die Nordsee mit meiner Anwesenheit beglückt.

Wie das Meer mich wieder runterholt

Es waren einfach sehr entspannte und gemütliche Tage in der Natur. Aber obwohl alles so perfekt ist, kann man sich manchmal einfach nicht helfen und hat doch mal einen schlechten Tag. So geht bzw. ging es mir zumindest. Kennt ihr das, wenn an einem Tag einfach alles doof ist und es einem niemand so wirklich recht machen kann? So einen Tag hatte ich zwischendurch. Und trotzdem haben wir unseren Tagesplan umgesetzt: Fahrräder ausleihen und ans andere Ende der Insel radeln. Wir wollten uns ein wenig den Ort und vor allem den Leuchtturm ansehen.

Der Leuchtturm war ehrlicherweise ziemlich enttäuschend, vor allem da ein Baugerüst rundherum aufgestellt war. Na danke, als hätte ich nicht sowieso schon schlechte Laune. Angenervt wollte ich also schon den Rückweg antreten, als meine unglaublich geduldige Reisebegleitung aber sagte: „Komm, wir gehen an den Strand!“ Und da war er schon halb über die Düne. Nicht sonderlich motiviert stapfte ich also hinterher.

… und auf einmal war alles gut.

Auf dem Dünenkamm angekommen schlug mir schon der salzige Seewind ins Gesicht und ich hörte das Meer rauschen. Die einzig logische Handlung: Schuhe aus und so schnell wie möglich das Wasser erreichen.

Bestimmt 10 Minuten stand ich da, das Gesicht zur Sonne gestreckt, die Augen geschlossen, während die Wellen meine Knöchel umspielten. Und ich hätte noch viel länger einfach nur da stehen können.

Die ganze schlechte Laune des Tages, alles war egal und unwichtig. Das Meer hat mich wieder runtergeholt. Und danach war alles besser.

Mein persönliches kleines Reiseglück in diesem Jahr.


Was war denn euer persönliches Reiseglück? Und schaut auch unbedingt bei den anderen Beiträgen im Rahmen der Blogparade vorbei, da sind tolle Erlebnisse dabei!

… und da konnte ich wieder lachen.
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Lebensentscheidungen – oder die Quarter-Life-Crisis

Sessel und Parkverbotsschild am Straßenrand

Immer war alles geradlinig und irgendwie vorbestimmt. Abitur nach 13 Jahren Schule, nur durchschnittlich abgeschnitten, aber was soll’s, heute kräht kein Hahn mehr danach. Zwei Monate im Ausland gelebt und gearbeitet: check. Bachelorstudium in Regelstudienzeit – inklusive Auslandssemester: check. Masterstudium ebenfalls in Regelstudienzeit: check. In den Sommern dazwischen Praktika und Reisen.

Und jetzt? Ja, jetzt steht da ein großes Fragezeichen. Also in der Theorie ist alles klar: Job suchen, umziehen, im „echten“ Leben ankommen. Rechnungen bezahlen, einen Bausparvertrag abschließen und Steuererklärungen machen und eben all den Kram, den man dann so macht als sogenannter erwachsener Mensch.

Aber in der Praxis? In der Geisteswissenschaft im Allgemeinen und der Theaterwissenschaft im Speziellen ist es nicht ganz so einfach. Wenn man das Studium eben ohne einen – wie es sich schimpft – „berufsqualifizierenden“ Abschluss beendet, sondern fünf Jahre lang eigentlich nur Wissen angehäuft hat, dann gestaltet sich das mit der Jobsuche eher schwierig. Da darf man sich zunächst nicht festlegen und auch nicht besonders wählerisch sein. Die Bereitschaft irgendwo anders hinzuziehen, weit weg von der Heimat, wird ja sowieso vorausgesetzt.

Und obwohl du das alles weißt, stehst du jetzt da. Mit deinem geradlinigen Lebenslauf. Mit dieser Vergangenheit, in der immer alles auf Anhieb geklappt hat, wo es eigentlich nie wirklich große Hindernisse gab. Glückskind. Jetzt stehst du da, weil es eben auf einmal nicht mehr auf Anhieb klappt. Und da beginnst du dich zu fragen: Warst du die ganzen Jahre auf dem Holzweg? Wolltest du das eigentlich wirklich so oder war das irgendwie nur das, was erwartet wurde? Und was passiert jetzt? Wo willst du hin – sowohl ganz konkret, örtlich, als auch generell im Leben? Was erwartest du überhaupt vom Leben? Das solltest du dir echt mal überlegen, denn es liegt noch verdammt viel davon vor dir!

Und wenn das Gedankenkarussell anfängt, sich immer schneller und schneller zu drehen, dann kannst du dich mal ein paar Stunden oder auch mal einen Tag lang mitdrehen. Und vielleicht ein bisschen verzweifeln. Aber dann steigst du wieder aus.

Denn tief drinnen weißt du, dass früher oder später schon alles an seinen Platz fallen wird. Du weißt, dass dein Weg der richtige ist und dass es eigentlich gar kein konkretes Ziel gibt. Jetzt liegen da halt mal ein paar Steine. Dann dauert es eben ein bisschen länger, weil du darübersteigen musst. Aber du wirst nicht davor stehen bleiben. Denn du weißt außerdem, dass es genug Menschen gibt, die dir dabei helfen werden, die vom Rand aus zusehen und von denen dir niemand einen Vorwurf machen wird, wenn du vielleicht mal zwei oder drei Anläufe brauchst.

In the end, everything will work out.


Als ich das Julithema der Blogparade #bloggerkunterbunt von Barbara gesehen habe, wusste ich sofort, dass ich mitmachen möchte. Lebensentscheidungen passt einfach gerade so perfekt und ich habe seit Monaten so viele Gedanken dazu, die ich irgendwie loswerden wollte. Da kam diese Blogparade wie gerufen.

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