1000 Fragen an mich selbst #1 | Fragen 1-40

1000 Fragen an mich selbst war ursprünglich eine Beilage im FLOW-Magazin. Das kleine Heftchen stellt – wie der Name schon sagt – 1000 Fragen, die dabei helfen sollen, sich selbst besser kennen zu lernen. Pink-e-Pank hat dazu aufgerufen, dass sich noch mehr Menschen dieser „Challenge“ (ist nicht wirklich das richtige Wort hierfür, aber ich nenne das mal so) anschließen und ein bisschen mehr zu sich selbst finden. Weil ich die Idee, genauso wie so viele andere Blogger, extrem spannend finde, habe ich beschlossen, mich anzuschließen.

1000 Fragen sind natürlich extrem viel, deswegen wird es regelmäßig kleine Häppchen geben. Wahrscheinlich immer so 20-40 Fragen pro Blogpost, je nachdem wie ausführlich die Antworten ausfallen. Und natürlich kann es auch sein, dass ich einzelne Fragen ganz unbeantwortet lasse, weil sie einfach zu persönlich sind.

Wer will, kann sich ja immer noch anschließen und die Fragen auch mal für sich beantworten. Wenn nicht, ist es auch ok. In jedem Fall lernt ihr noch ein bisschen mehr über mich.

Aber nicht so viel geredet, jetzt geht’s los mit den ersten 40 Fragen.


 

  1. Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht?

Anfang Mai habe ich Vorhänge für Olaf genäht. Das waren meine ersten Versuche an der Nähmaschine und es war gar nicht so katastrophal.

 

  1. Mit wem verstehst du dich am besten?

Mit meinem Freund.

 

  1. Worauf verwendest du viel Zeit?

Aktuell auf Studium/Praktikum und den Blog. Ich komme ziemlich selten von meinem Laptop weg im Moment.

 

  1. Über welche Witze kannst du richtig laut lachen?

Gar nicht mal über bestimmte Witze. Situationskomik kriegt mich dafür fast immer. Gerne auch Sarkasmus und schwarzer Humor. Ich lache viel über Dinge, über die nicht alle Leute lachen können.

 

  1. Macht es dir etwas aus, wenn du im Beisein von anderen weinen musst?

Kommt drauf an, wer diese anderen sind. Bei Menschen, die mir nahestehen macht es mir eher nichts aus. Vor Fremden oder im professionellen Kontext finde ich es schon unangenehm.

 

  1. Woraus besteht dein Frühstück?

Unterschiedlich. Aber meistens Porridge und jetzt im Sommer auch gerne Quark mit Früchten oder so.

 

  1. Wem hast du zuletzt einen Kuss gegeben?

Meinem Freund.

 

  1. In welchem Punkt gleichst du deiner Mutter?

In dem, dass ich am liebsten immer alles selbst machen und wenig abgeben möchte, weil das Ergebnis eben nur dann genau so ist, wie ich es gerne hätte.

 

  1. Was machst du morgens als Erstes?

Auf die Toilette gehen.

 

  1. Kannst du gut vorlesen?

Ich glaube schon. Und ich mache es auch gerne, aber die Gelegenheit ergibt sich so gut wie nie.

 

  1. Bis zu welchem Alter hast du an den Weihnachtsmann geglaubt?

Auf jeden Fall länger, als die meisten meiner Freunde. Wie alt ich genau war, weiß ich allerding nicht mehr.

 

  1. Was möchtest du dir unbedingt irgendwann mal kaufen?

Aktuell spare ich auf eine gute Kompaktkamera. Aber so einen „Lebenstraum“? Hab ich glaube ich nicht.

 

  1. Welche Charaktereigenschaft hättest du gerne?

Mehr Selbstliebe. Aber ich arbeite daran.

 

  1. Was ist deine Lieblingssendung im Fernsehen?

Ich beziehe Fernsehen jetzt mal auf Internet und Streamingdienste, denn als richtiger Millennial schaue ich natürlich kein Fernsehen. Aber meine Lieblingsserien sind jetzt auch nichts Besonderes. Der übliche Mädchenkram wie Gilmore Girls, Gossip Girl oder Grey’s Anatomy und auf der anderen Seite Sachen wie Sherlock, Dr. Who, Breaking Bad oder Game of Thrones … Was soll ich sagen? Ich bin ein Kind meiner Zeit und kann es nicht verleugnen.

 

  1. Wann bist du zuletzt in einem Vergnügungspark gewesen?

Das ist schon ewig her und ich weiß weder, wann das war, noch wo.

 

  1. Wie alt möchtest du gerne werden?

So alt, dass ich all das erleben kann, was ich gerne erleben möchte.

 

  1. An welchen Urlaub denkst du mit Wehmut zurück?

Eigentlich an jeden. Zu Hause ist zwar schön, aber sobald einen der Alltag nach dem Urlaub wiederhat, will man doch immer wieder zurück, oder?

 

  1. Wie fühlt sich Liebeskummer für dich an?

Wortwörtlich als würde jemand mit der Hand in meinen Brustkorb fahren und mit aller Gewalt ein Stück von meinem Herzen herausreißen. Super cheesy, aber diese Beschreibung trifft einfach genau auf das Gefühl zu.

 

  1. Hättest du lieber einen anderen Namen?

Früher schon. Aber in Ermangelung einer alternativen Idee, habe ich mich mit meinem Namen angefreundet und mag ihn heute gerne.

 

  1. Bei welcher Gelegenheit hast du an dir selbst gezweifelt?

Bei verschiedenen Gelegenheiten. Z.B. als ich angefangen habe zu studieren und dachte, alle im Raum sind viel klüger als ich, obwohl die bloß mit Fremdworten um sich geschmissen haben, um ihre eigene Unsicherheit zu verbergen.

 

 

  1. Ist es wichtig für dich, was andere von dir denken?

Nicht mehr. Früher war ich sehr unsicher, wie ich auf andere wirke und wollte immer, dass sie nur das Beste von mir denken. Heute ist es mir ziemlich egal und ich versuche nicht mehr jedem zu gefallen. Die einzigen Ausnahmen sind natürlich die Menschen, die mir am Herzen liegen. Da ist es mir schon wichtig, was die von mir denken.

 

  1. Welche Tageszeit magst du am liebsten?

Den Morgen.

 

  1. Kannst du gut kochen?

Nichts besonders Ausgefallenes. Aber was ich koche, ist eigentlich fast immer gut. Und Ausnahmen bestätigen ja nur die Regel 😉

 

  1. Welche Jahreszeit entspricht deinem Typ am ehesten?

Meinem Typ? Keine Ahnung. Aber ich mag den Frühling am meisten.

 

  1. Wann hast du zuletzt einen Tag lang überhaupt nichts gemacht?

Zu lange ist das her. Nämlich so lange, dass ich jetzt in meinen Kalender schauen müsste, um zu wissen wann das war. Praktikum, Prüfungen, soziale Verpflichtungen … in letzter Zeit kam ich nicht wirklich zum Nichtstun.

 

  1. Warst du ein glückliches Kind?

Großes, fettes JA!

 

  1. Kaufst du oft Blumen?

Leider gar nicht. Aber ich hab’s mir vorgenommen wenn ich nach dem Sommer wieder in meiner Wohnung bin, um ein bisschen mehr Atmosphäre zu schaffen.

 

  1. Welchen Traum hast du?

Ein selbstbestimmtes Leben zu leben, auf das ich später gerne zurückschaue.

 

  1. In wie vielen Wohnungen hast du schon gewohnt?

Länger als einen Monat in drei, länger als ein Jahr in zwei. Und das auch nur, wenn ich mein Elternhaus als „Wohnung“ mitzähle. Ist das erlaubt?

 

  1. Welches Laster hast du?

Vielleicht, nie wirklich nichts tun zu können (siehe oben). Wenn ich mal eine Stunde frei habe, habe ich immer das Gefühl, irgendwas wichtiges zu vergessen und, dass ich noch irgendwas Produktives tun muss. Selbst wenn ich den ganzen Tag schon produktiv war.

 

  1. Welches Buch hast du zuletzt gelesen?

Singt ihr Lebenden und ihr Toten, singt von Jasmyn Ward. Eine stille aber gleichzeitig unglaublich ergreifende Geschichte einer Familie in den Südstaaten Amerikas, in der jeder Einzelne einfach nur versucht, sein Leben zu leben in einem Milieu, das geprägt ist von Rassismus, Armut und Drogen. Große Empfehlung!

 

  1. Warum hast du die Frisur, die du jetzt trägst?

Weil ich weiß, dass sie mir steht. Und weil sie ziemlich unkompliziert ist.

 

  1. Bist du von deinem Mobiltelefon abhängig?

Ja.

 

  1. Wie viel Geld hast du auf deinem Bankkonto?

Über Geld spricht man nicht.

 

  1. In welchen Laden gehst du gern?

Hier kommt der Spießer in mir raus: Ich liebe Lebensmittelläden. Wenn ich in Großstädten bin, wo es z.B. Bioläden oder sowas gibt, die man bei uns auf dem Land nicht hat, könnte ich mich da stundenlang aufhalten.

 

  1. Welches Getränk bestellst du in einer Kneipe?

Wenn alkoholisch, dann Wein, wenn nicht, dann Wasser oder Cola Zero.

 

  1. Weißt du normalerweise, wann es Zeit ist, zu gehen?

Nicht immer sofort.

 

  1. Wenn du dich selbstständig machen würdest, mit welcher Tätigkeit?

Tatsächlich habe ich schon öfter mit dem Gedanken gespielt, dass eine selbstständige Tätigkeit als Dramaturgin, mir liegen könnte. Dennoch will ich nach dem Studium erstmal angestellt arbeiten, um Erfahrung zu sammeln.

 

  1. Willst du immer gewinnen?

Nein.

 

  1. Gehst du in die Kirche?

Zu Weihnachten.


Hier kommt ihr zu den anderen Teilen der Reihe:

#2 | Fragen 41-80: http://wanderingmind.de/1000-fragen-an-mich-selbst-2-fragen-41-80/

#3 | Fragen 81-120: http://wanderingmind.de/1000-fragen-an-mich-selbst-3-fragen-81-120/

#4 | Fragen 121-160: http://wanderingmind.de/1000-fragen-an-mich-selbst-4-fragen-121-160/

#5 | Fragen 161-200: http://wanderingmind.de/1000-fragen-an-mich-selbst-5-fragen-161-200/

#6 | Fragen 201-220: http://wanderingmind.de/1000-fragen-an-mich-selbst-6-fragen-201-220/

#7 | Fragen 221-240: http://wanderingmind.de/1000-fragen-an-mich-selbst-7-fragen-221-240/

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“Sag doch mal was!” – Ich bin introvertiert

Florales

Introversion und was es bedeutet

Ich bin ein introvertierter Mensch. So wie rund 50% der restlichen Menschheit. Und obwohl wir wahrscheinlich genauso viele sind wie die Extrovertierten, werden wir oft missverstanden oder nicht so richtig wahrgenommen.

Aber was heißt Introversion eigentlich? Fragen wir mal Wikipedia:

„Introvertierte Charaktere wenden ihre Aufmerksamkeit und Energie stärker auf ihr Innenleben. In Gruppen neigen sie eher zum passiven Beobachten als zum Handeln und werden häufig als still, zurückhaltend und ruhig beschrieben. Introversion ist jedoch nicht gleichzusetzen mit Schüchternheit. […]

Ein markanter Unterschied zwischen introvertierten und extravertierten Personen ist, dass sich der Introvertierte nach längerer Dauer ohne Zeit für sich selbst im Gegensatz zum Extravertierten energielos und ausgesogen fühlt. Daher bevorzugen introvertiert geprägte Menschen oft eine ruhige Umgebung […]. Oft nutzen Introvertierte auch ihre Wochenenden und ihre Freizeit, um sich zu erholen, indem sie je nach Möglichkeit so viel Zeit wie möglich allein oder mit engen Freunden und Bekannten verbringen. […]“

Na, wer hat sich wiedererkannt?

Nach diesem “theoretischen” Teil, möchte ich euch aber auch gerne ein bisschen an meinen persönlichen Erfahrungen teilhaben lassen. Manche haben vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht, anderen, die nicht so ticken, hilft es vielleicht uns introvertierte Menschen besser zu verstehen.

Dinge, die mich glücklich machen: Bibliotheken, denn hier gibt es 1. Bücher und 2. halten alle ihre Klappe.

Wie Wikipedia bereits erklärt hat, empfinde ich große Gruppen und Menschenmengen eher als anstrengend. Ein Abend unter drei, vier guten Freunden, zu Hause oder in einem Restaurant kann sehr schön sein, aber auf vollen Partys halte ich es meistens nicht länger als zwei bis drei Stunden aus. Und dann frage ich mich immer, ab welcher Uhrzeit es gesellschaftlich akzeptiert ist, schon nach Hause zu gehen. Aber es raubt mir tatsächlich schrecklich viel Energie mich mit vielen Menschen umgeben zu müssen und mich „sozial“ zu verhalten. Auch, weil auf solchen Veranstaltungen immer Smalltalk gemacht wird. Ich hasse Smalltack! Es gibt nichts sinnloseres als dieses zu nichts führende: „Na, wie geht’s?“ – „Gut und selbst?“ – „Ja, alles bestens. Was macht die Arbeit/Uni/Schule?“ – „Läuft super. Und sonst so, was gibt’s Neues?“ – … Es nervt einfach. Ich führe wirklich gerne ernsthafte, tiefgründige oder auch amüsante Gespräche. Aber das geht eben meistens nicht auf Partys, auf denen so viele Menschen sind, weil man viele von denen dann gar nicht wirklich kennt oder weil ständig jemand dazwischen kommt. Deswegen bin ich eher für kleine Runden. (Korrigiert mich, wenn ich das falsch sehe. Vielleicht war ich bisher auch nur auf den falschen Partys, alles möglich.)

Aber tatsächlich bin ich auch sehr gerne allein und kann das auch sehr gut. Das war eigentlich schon immer so, während andere rund um die Uhr von ihren Eltern bespaßt werden mussten, hab ich still und leise in meinem Zimmer gesessen und mich selbst beschäftigt.

Und heute – wo ich älter bin und es zum “Erwachsensein” ja irgendwie dazu gehört, sich sozial zu verhalten und ab und an mit Menschen zu umgeben – brauche ich diese Zeit für mich ganz allein einfach, um meine Akkus wieder aufzuladen, um neue Energie zu tanken.

Während andere Party machen: Serienmarathon am Samstagabend

Ich bin ein großer Freund von Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit. Trotzdem wünsche ich mir, dass es mehr Menschen gäbe, die ein “Ich hab heute keine Lust” als adäquaten Grund annehmen, um eine Verabredung oder Einladung abzusagen. Damit meine ich natürlich Freizeit-Verabredungen! Zu seinem Chef morgens zu sagen, man habe heute einfach keine Lust zu arbeiten, ist wahrscheinlich keine so tolle Idee. Aber wenn ich z.B. einen wirklich anstrengenden Tag in der Uni, auf der Arbeit oder sonst wo hinter mir habe, dann möchte ich abends einfach in mein Bett fallen mit einem guten Buch oder einer Serie und keine soziale Interaktion mehr haben. Der Andere hätte auch wirklich keinen Spaß mit mir, wenn ich nur aus Pflichtgefühl mitgehe. Und freundschaftliche Treffen sollten sich ja auch nicht wie Businessmeetings anfühlen oder?

Eine andere Sache, die mir so oft passiert und irgendwann so sehr nervt ist folgende: Man steht in einer Gruppe zusammen, es sind ein paar Leute dabei, die ich nicht so gut kenne – bzw. sie mich auch nicht – man unterhält sich. Früher oder später kommt eine oder mehrere der folgenden Aussagen: „Du redest so wenig, sag doch mal was.“, „Bist du nicht gut drauf? Du bist so ruhig.“, „Bist bisschen schüchtern, oder?“

Jeder, der mich besser kennt, kann bestätigen: wenn ich will, kann ich reden ohne Ende. Das passiert aber tatsächlich nur bei Leuten, die ich gut kenne und einschätzen kann. (Unter anderem auch deswegen, weil mein Humor manchmal ein bisschen fragwürdig ist und viele Leute davon abgeschreckt sind.) Bei „Fremden“ bin ich immer erstmal etwas zurückhaltender. Ich höre immer erstmal lieber nur zu, um mir ein Bild von den Leuten zu machen und wenn ich der Meinung bin, ich kann was zum Gespräch beitragen, tu ich das auch. Wenn ich aber gerade nichts zu sagen habe, dann plappere ich nicht einfach drauf los. Was hätte das auch für einen Sinn? Und das hat auch nichts mit Schüchternheit zu tun. Zwar war  ich früher als Kind sehr schüchtern, ich habe aber in den letzten Jahren denke ich ein gutes Selbstbewusstsein aufgebaut und ich schäme mich nicht in einer Gruppe was zu sagen oder habe Angst davor – ich will nur einfach nicht. Ich bin nicht schlecht drauf, ich kann dich auch nicht nicht leiden, ich bin nicht gelangweilt. Ich höre einfach nur zu.

Alleine spazieren gehen, auch etwas, das ich in den letzten paar Jahren sehr zu schätzen gelernt habe.

Die liebe Kay hat auf ihrem Blog twistheadcats ebenfalls einen Beitrag zu diesem Thema geschrieben. Schaut doch auch bei ihr mal vorbei.

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Prüfungsphase stressfrei überstehen [Studententipps]

Jeder Student kennt das: zwei Mal im Jahr weiß man einfach nicht mehr, wo einem der Kopf steht, vernachlässigt alle sozialen Kontakte, ernährt sich hauptsächlich von Nudeln und Schokolade und das Tageslicht hat man eh schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen, weil man gefühlt wochenlang in einer stickigen Bibliothek sitzt. Auch ich befinde mich gerade selbst wieder in einer etwas überfüllten Prüfungsphase (überfüllt vor allem auch deswegen, weil ich es scheinbar für eine tolle Idee gehalten habe, genau in der Zeit mein Pflichtpraktikum anzufangen. Facepalm!) und habe auch heute, nach mittlerweile vier Jahren Universität, immer noch manchmal Momente in denen ich denke „Das schaffe ich niemals alles!“ Also klar, schaffen tut man es meistens schon irgendwie, aber ich kleiner Perfektionist, will ja auch meinen eigenen Ansprüchen genügen und eben nicht einfach nur bestehen nach dem Motto „Vier gewinnt“, sondern eben auch am Ende ein gutes bis sehr gutes Ergebnis abgeben. Ohne dabei zwei Monate lang auf dem Zahnfleisch gehen zu müssen.

Daher dachte ich, wäre es doch mal eine gute Idee, ein paar Tipps und Strategien mit euch zu teilen, die ich in den letzten vier Jahren entwickelt habe, um meine Prüfungsphase etwas stressfreier zu überstehen.

 

Schritt für Schritt

Am Anfang sieht man immer erstmal einen riesigen Haufen Arbeit vor sich liegen, der auf den ersten Blick unüberwindbar erscheint. Daher ist das erste was ich immer mache, den großen Haufen in viele kleine zu unterteilen. Dazu schaue ich mir zuerst die einzelnen Fächer an: Welchen Leistungsnachweis muss ich in welchem Fach erbringen und wie groß ist der Workload für jedes einzelne Fach und jede Prüfung? Dann nehme ich mir einen Kalender zur Hand trage alle fixen Termine ein: Klausuren, mündliche Prüfungen, Hausarbeitsabgaben … (Ich nutze in meinem Filofax zwei Seiten pro Woche, so habe ich den besten Überblick. Andere haben lieber eine Seite pro Tag oder eine ganz andere Einteilung, da muss jeder für sich rausfinden, womit er am besten arbeiten kann.)

Wenn diese Termine eingetragen sind, mache ich mir einen Lernplan, d.h. ich schaue mir jetzt für jedes Fach, das geprüft wird, den Stoff an, schätze ab wie viel das ist und wie lange ich brauche, um alles zu lernen und trage mir dementsprechend in meinen Kalender den Tag ein, an dem ich spätestens anfangen muss. Wenn ich ganz penibel bin setze ich mir auch noch Zeitrahmen zum Zusammenfassen des Stoffs und dann zum Wiederholen. Das kommt aber auch sehr individuell auf das Fach an, manche Dinge kann man auch einfach nicht zusammenfassen. Das ist das Vorgehen bei Klausuren und mündlichen Prüfungen, wobei ich für mündliche Prüfungen immer ein gutes Stück weniger Zeit einplane, weil die erstens nicht so lange dauern, d.h. es kann nicht so viel abgefragt werden, und man zweitens bei dieser Prüfungsform sehr gut die Möglichkeit hat, das Gespräch selbst in eine Richtung zu lenken.

Gerade bei Fächern, in denen extrem viel Stoff abgefragt wird und wo es dann am Ende doch auf das von uns allen geliebte Auswendiglernen hinausläuft, ist ein Tipp denke ich noch ganz wichtig: Nicht in Details verlieren. Natürlich will man am liebsten alles verinnerlichen, aber manchmal ist es in Anbetracht der Zeit dann doch einfach zu viel. Deswegen arbeitet euch vom Großen ins Kleine vor, lernt zuerst die groben Zusammenhänge und hangelt euch dann langsam immer eine Ebene weiter nach unten. Ansonsten lauft ihr Gefahr zwar ein Thema perfekt zu beherrschen, von den anderen fünf aber keine Ahnung zu haben.

Bei Hausarbeiten gehe ich vom Prinzip her eigentlich genauso vor wie bei Klausuren, nur dass es hier natürlich ein paar mehr Schritte sind, für die ich mir Zeiträume einplane. Themenfindung, Recherche, Texte lesen und zusammenfassen, Gliederung erstellen, schreiben. Wichtig bei Hausarbeiten ist vor allem, sich einen Puffer am Ende freizulassen. Ich versuche meistens so eine Woche vor der Deadline fertig zu sein, damit ich die Arbeit mal ein paar Tage liegen lassen kann, bevor ich sie nochmal Korrektur lese, sonst sieht man echt den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Und spart euch niemals diesen letzten Schritt! Es ist manchmal echt gruselig, was ich für Fehler beim Schreiben mache und ich kriege Schweißausbrüche, wenn ich mir vorstelle, ich hätte sowas an meinen Dozenten geschickt. Vielleicht habt ihr ja auch liebe Freunde oder Verwandte, die mal über eure Arbeiten drüber lesen, die haben meistens nochmal einen ganz anderen Blick darauf. (Riesiges Danke an der Stelle an meine Mama, die sich viel Zeit dafür genommen hat, meine komplette Bachelorarbeit zu lesen und meine manchmal komischen Satzstrukturen zu entwirren!)

 

Durchatmen und anfangen

Auch ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich mich bereits bevor ich mit dem Lernen angefangen habe, unglaublich darüber stresse, wie viel ich zu tun habe und, dass das ja niemals zu schaffen ist. Klar, mit der Einstellung stimmt das wohl. Aber wie bei allem ist auch hier das Anfangen der schwierigste Schritt. Mit genug Planung und den oben beschriebenen Vorbereitungen, habt ihr aber eigentlich überhaupt keinen Grund mehr euch zu stressen und könnt eure Energie stattdessen sinnvoll da nutzen, wo ihr sie braucht. Ist der Anfang erstmal gemacht und ist man in der Arbeit drin, läuft es in der Regel besser als erwartet.

 

Wissen, wann es genug ist

Macht immer mal wieder kleine Pausen während des Lernens. 16 Stunden am Tag vor der Klausur durchzulernen bringt die wenigstens Leute tatsächlich weiter. Irgendwann ist die Konzentration einfach hinüber und man fabriziert nur noch Stuss. Also: Pausen sind wichtig, um mal den Kopf zu entlüften. Macht einen Spaziergang, geht zum Sport, schaut euch eine Folge eurer Lieblingsserie auf Netflix an (keine ganze Staffel!!). Danach seid ihr wieder aufnahmefähig und könnt wieder frisch an die Arbeit gehen.
Ich persönlich lerne auch höchst selten noch für eine Prüfung am Abend vorher, weil ich inzwischen weiß, was ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht verstanden habe, werde ich auch dann nicht mehr verstehen. Ich weiß, dass das lange nicht auf alle zutrifft, aber bei mir ist das so. Und wenn ihr feststellt, dass ihr auch am Abend vorher oder sogar ein paar Stunden vorher nichts mehr in euren Kopf reinkriegt, dann lasst es bleiben und stresst euch nicht mehr damit. Ihr seid bestimmt genug vorbereitet.

Zweite Chancen gibt es immer

Das klingt jetzt vielleicht demotivierend, aber manchmal schafft man sein Pensum trotz bester Vorbereitung und eisernem Willen einfach nicht. Aber das ist vollkommen okay, wir sind keine Maschinen. Manchmal kommen äußere Einflüsse dazu, wegen denen man nicht so gut lernen kann oder die einem Zeit rauben, manchmal hat man in der Prüfung ein Blackout, manchmal ist der Korrektor einfach fies. Zweitprüfungen zu absolvieren, ist absolut keine Schande. Ich glaube jeder Student muss das im Laufe seiner Universitätskarriere mindestens einmal einsehen. Also, wenn ihr hinfallt, aufstehen, Krone richten und weiter geht’s.

 


Ich hoffe diese Tipps helfen euch ein bisschen, etwas entspannter in die nächste Prüfungsphase zu gehen und euch weniger zu stressen. Das ist alles kein Hexenwerk und mit ein bisschen Planung kriegt ihr auch das vollgepackteste Semester rum.
Welche anderen Strategien habt ihr vielleicht noch, außer den von mir beschriebenen? Lasst es mich und die anderen in den Kommentaren wissen!

 

 

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Meine Meinung über Schubladendenken

Stadt oder Land?

Berge oder Meer?

Hochkultur oder Popkultur?

Bücherwurm oder Sportskanone?

Hiphop oder Rock?

Veganer oder Fleischfresser?

Grün-links-versifft oder Alice Weidel?

 

Menschen versuchen immer, andere Menschen zu kategorisieren und in Schubladen zu stecken. Warum tun sie das? Um Eindeutigkeit zu erzeugen. Nichts finden wir gruseliger, als wenn wir von einer Eigenschaft einer Person nicht auch auf seine anderen Eigenschaften, seine Interessen und Hobbies schließen können.

Du hörst leidenschaftlich gern Gangsterrap? Gut, dann gehst du bestimmt nicht auf die Uni, verbringst aber viel Zeit damit, dich im Fitnessstudio aufzupumpen und die meisten deiner Freunde haben Migrationshintergrund.

Du ernährst dich vegan? Dann machst du bestimmt auch Yoga, kaufst nur fair ein, fährst kein Auto, sondern Fahrrad und wählst grün. Achja und natürlich hast du das Bedürfnis alle anderen zu missionieren, weil dein Lebensstil der einzig richtige ist.

Du studierst Informatik? Dann bist du männlich, vermutlich mit Brille und Akne und hast Angst, wenn dich eine Frau anspricht. Dafür bist du der absolute Crack in allen möglichen Videospielen.

 

Ich übertreibe hier natürlich, aber ich denke, ihr wisst worauf ich hinauswill. So oft liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte zwischen all diesen Möglichkeiten, auch wenn manche Eigenschaften nicht immer offensichtlich „zueinander passen“. Ich kenne das aus eigener Erfahrung, weil ich mich in verschiedenen Freundeskreisen bewege, die alle ein anderes Bild von mir haben, weil ich mit ihnen unterschiedliche Dinge teile. Weil ich weiß, dass sie mit manchen meiner anderen Interessen nichts anfangen können.

Fitnesslifestyle oder Bücher? Für mich funktioniert die Kombination am besten.

Beispiel: Bücherwurm oder Sportskanone. Ich liebe mein Studium, ich liebe Bücher und alles, was damit zu tun hat. Zwar würde ich mich nicht als ultimative Sportskanone beschreiben, aber ja, ich brauche tatsächlich mein regelmäßiges Training. Regelmäßig heißt bei mir aktuell mindestens vier Mal pro Woche. Training heißt, ich bewege teilweise Gewichte, die schwerer sind als ich selbst, weil ich stärker werden möchte. Bewege ich mich in meiner „Fitnessclique“ ist das vollkommen normal, genauso wie es für die vollkommen normal ist, dass ich ein paar Monate Diät mache, was bei Leuten, die nicht so in der Materie drin sind, oft eher mit Unverständnis aufgenommen wird. Da erkenne ich dann oft eine gewisse – ich nenn’s mal – Irritation, weil sie mich aus einem anderen Kontext kennen und die Pole „Geisteswissenschaft“ und „Krafttraining“ scheinbar nicht zusammenpassen. Anders herum gilt natürlich meistens dasselbe.

Aber warum denn nicht? Warum soll ich denn nur meinen Kopf trainieren, aber nicht meinen Körper? Oder eben umgekehrt? Ein gesunder Geist lebt in einem gesunden Körper. Deswegen habe ich mir eine Sportart ausgesucht, die mir Spaß macht, die mich motiviert, besser zu werden und bei der ich den Kopf mal für zwei Stunden ausschalten kann, um mich danach wieder frisch an meine Bücher zu setzen.

Süßigkeiten oder ‘clean eating’? Ich liebe sowohl Donuts als auch Obst – obwohl es bezeichnend ist, dass kein Foto von mit existiert, auf dem ich einen Apfel esse.

 

Anderes Beispiel: Veganer/Vegetarier oder Fleischfresser. Ich weiß, das ist ein heißes Eisen, das ich hier gerade anfasse, aber auch hier bewege ich mich meistens irgendwo in der Mitte. Ich habe ein moralisches Problem mit Massentierhaltung, ja. Deswegen kaufe ich selten Billigfleisch und esse sogar oft Alternativen wie Tofu oder Soja. Wenn ich meinem fleischliebenden Freund jetzt erzähle, dass ich zum Mittag Tofu hatte, schaut der mich erstmal entgeistert an und fragt: „Bist du jetzt Vegetarier?“ Entschuldigung, aber hab ich da ein Gesetz verpasst, das besagt, dass Tofu Vegetariern vorbehalten ist? Nein, die Wahrheit ist, es schmeckt mir tatsächlich einfach ziemlich gut und es ist eine gute Alternative, wenn ich mir kein Biofleisch leisten kann. Alle Vegetarier schreien jetzt auf: Dann verzichte doch ganz auf Fleisch!! … Nein. Weil ich es gerne esse. Ganz einfach. Ab und an ein guter Burger oder ein Steak – natürlich am besten, wenn ich die Herkunft nachvollziehen kann – muss einfach drin sein. Außerdem bin ich der Meinung, dass schon viel getan wäre, wenn mehr Mensch ihren Konsum einfach runterschrauben würden und bewusster darauf achten würden, was sie kaufen.

 

Popkultur oder Hochkultur? Ich bilde mich gern durch kulturelle Angebote weiter. Aber ich muss eben auch unbedingt wissen, wie es bei Grey’s Anatomy weiter geht.

Was ich mit diesen zwei Beispielen einfach verdeutlichen will, ist, dass die Welt nicht schwarz und weiß ist und genauso wenig sind es die Menschen. Die wenigsten lassen sich klar in eine Schublade stecken und wir alle haben Eigenschaften oder Interessen, die auf den ersten Blick irgendwie nicht zusammenpassen. Teenie-Highschool-Filme versuchen zwar immer wieder, uns das zu suggerieren, aber es entspricht leider nicht der Wahrheit. Das Problem ist, dass viele sich vor ihren Freunden schämen, zuzugeben, was sie noch interessiert. Oder sie reden es klein. Auch das kenne ich aus eigener Erfahrung. Um noch einmal auf das Sportthema zurückzukommen (es bietet einfach zu viele Beispiele) – es ist mir anfangs unglaublich schwergefallen, vor anderen Personen, die nicht diesen „Fitnesslifestyle“ leben, dazu zu stehen, dass ich auf Diät bin und jetzt leider kein Bier mittrinken werde, sondern Wasser. Oder wenn ich in der Mittagspause meine Tupperdose raushole, statt mir ein belegtes Brötchen zu kaufen (tut nebenbei auch was für die Figur des Geldbeutels). Aber warum denn? Was soll denn passieren?

Wenn man erklärt, warum man dieses oder jenes tut – ohne sich zu rechtfertigen! – dann weicht die Skepsis beim Gegenüber meistens schnell Akzeptanz oder sogar Interesse. So habe ich es immer wieder erlebt, wenn ich jemandem von meinem Studium erzähle, der noch nie irgendwelche Berührungspunkte mit Theater hatte (über die üblichsten Fragen gibt es übrigens auch schon einen Post.) Wenn ich ein bisschen erzähle, was ich so mache, kommen oft schnell weitere Fragen, die echtes Interesse bekunden.

Städtetrip oder Wanderurlaub in den Bergen? Ich möchte die ganze Welt sehen!

Und so gilt das für alle Hobbies oder Interessen, die ihr habt. Lasst euch nicht in Schubladen stecken, nur weil das für andere vielleicht einfacher ist. Menschen sind nun mal komplex. Und die Welt hat so viel zu bieten, dass es viel zu schade wäre, sein ganzes Leben in einer einsamen Schublade zu verbringen. Es gibt so viel, auszuprobieren, Neues zu entdecken und zu lernen. Man kann sich sehr wohl an mehr als nur einem Ort zu Hause fühlen. Sowohl wörtlich als auch metaphorisch. Also, lebt weniger in Schubladen. Versucht doch stattdessen, ein bisschen mehr in die Regale zu schauen und dort aus jeder Etage etwas herauszunehmen.

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Sieben Gründe, warum Campingurlaub der beste Urlaub ist

Wer die zehn Fakten über mich gelesen hat, weiß, dass ich schon seit Jahren hauptsächlich Campingurlaub mache und es liebe. Nachdem es mir mit meinen Eltern als Kind schon so viel Spaß gemacht hat, habe ich seit fast vier Jahren das Glück einen tollen Freund zu haben, der Camping genauso liebt wie ich. Viele können nicht nachvollziehen, was daran so toll sein soll und deswegen kommen hier jetzt sieben gute Gründe, warum Campingurlaub der beste Urlaub ist:

 

  1. Money, Money, Money

Campen ist um einiges billiger als ein Hotelurlaub. Erst dieses Jahr an Ostern wollten wir uns mal was „gönnen“ und waren für fünf Tage in einer Hotelanlage auf Gran Canaria. All-Inclusive. Verhältnismäßig kamen wir zwar dank sehr früher Buchung ziemlich günstig weg bei der Sache, während wir dann aber so von sonnenverbrannten Engländern umgeben am Pool lagen, wurde uns auf einmal klar, dass wir für das gleiche Geld fast sechs Mal so lange mit dem Zelt auf einem hübschen Campingplatz hätten stehen können. Klar, im Prinzip wussten wir das vorher schon. Da uns in dem Moment aber auch nochmal schmerzlich bewusst wurde, dass wir einfach nicht für AI-Reisen gemacht sind, hat es sich schon ein bisschen wie „zum Fenster rausgeworfen“ angefühlt.

Campen ist definitiv etwas für den kleinen Geldbeutel. Als Student kann ich das nur immer wieder begrüßen, aber auch wenn ich einmal arbeite und Geld verdiene, will ich ja nicht alles, was über’s Jahr so übrig bleibt dann für einen Urlaub ausgeben.

 

  1. Selbstversorger

 

Fakt ist, dass in Großküchen – seien es Restaurants oder Hotels – der Geschmack des Essens wichtiger ist als seine Nährwerte. Das bedeutet, dass ich mich ziemlich im Kalorienüberschuss ernähren kann, sogar wenn ich am Buffet nur auf Gemüse und Fleisch zurückgreife. Einfach, weil alles viel fettiger ist, als wir es zu Hause machen würden. Ich bin beim besten Willen niemand, der sich nur „clean“ ernährt. Ich liebe Schokolade, Burger und Pasta. Und gerade im Urlaub sollte man da auch nicht so streng sein. Aber grundsätzlich versuche ich, mich ausgewogen zu ernähren und wenn ich mehrere Tage am Stück nur Mist esse, fühle ich mich irgendwann auch wie Mist. Abgesehen davon, dass zwei oder vielleicht sogar drei Wochen Hotelessen irgendwann auf die Hüften gehen. Und da geht es bei mir wortwörtlich als erstes hin. Nicht nur, weil das Angebot ungesünder ist, sondern auch weil es so groß ist. Wer hat denn bitte die Selbstdisziplin, sich am Buffet nur einmal nachzunehmen? Also ich nicht.

Als Camper versorgst du dich selbst, kaufst ein und kochst, auf was du Lust hast und weißt am Ende des Tages auch genau, was du gegessen hast. Mir persönlich hilft das sehr, einen Urlaub besser genießen zu können, weil ich zum einen grundsätzlich weniger esse und zum anderen eher Dinge, von denen ich weiß, dass ich mich danach gut fühle und nicht elend und überfressen.

 

  1. Frühstück im Schlafanzug

Was mich mit Abstand am meisten an Hotels nervt ist, dass ich mich bereits vor dem Frühstück anziehen und mir die Haare kämmen muss. Kein Problem beim Camping: Dein Stellplatz ist dein Wohnzimmer und da kannst du rumlaufen, wie du willst. Was gibt es schöneres als aufzustehen, sich an die frische Luft zu setzen und ganz gemütlich ein frisches Croissant zu verspeisen. Da kann ich mir tatsächlich wenig vorstellen.

 

  1. In der Natur

Und da schließt auch gleich der nächste Punkt an. Als Camper bist du fast immer direkt mitten in der Natur. Viele Campingplätze liegen direkt am Wasser mit einem eigenen Strand oder in hübschen Waldstücken. Je nachdem in welchem Land man unterwegs ist, kann man auch einfach mitten im Nirgendwo wildcampen (meistens ist das allerdings nur mit dem Zelt erlaubt und nicht mit dem Wohnmobil). Mit Vogelgezwitscher und den ersten Sonnenstrahlen aufwachen, vor dem Schlafengehen unter‘m Sternenhimmel sitzen und kleine oder größere Tiere beobachten können. Naturliebhabern bleibt eigentlich kaum eine andere Möglichkeit, als zu campen.

 

  1. Vielseitig

Ich selbst habe schon verschiedene Arten von Camping gemacht. Mit meinen Eltern war ich im Wohnwagen unterwegs und ich weiß noch, wie fasziniert ich als Kind davon war, dass wir mit unserem Auto einfach eine Wohnung hinter uns herziehen konnten. Mit meinem Freund habe ich dann den ersten Zelt-Urlaub am Gardasee in Italien verbracht und zwei Mal waren wir jetzt mit einem Hymer-Reisemobil unterwegs (quasi ein kleines Wohnmobil, das man aber mit dem normalen Pkw-Führerschein fahren darf. Große Wohnmobile erfordern meistens einen anderen Führerschein.) Jede Art zu Campen hat ihre Vorzüge, wie ich finde. Und es ist auch für jeden etwas dabei: Vom Zwei-Personen-Zelt und kleinem Gaskocher bis zum luxuriösen Wohnmobil mit Nasszelle. Wer das entsprechende Kleingeld besitzt muss auch hier auf nichts verzichten. Zelt, Wohnwagen, Reisemobil? Campingküche, Grill, Gaskocher? Liegestühle, große Sitzgarnitur, Klappstühle? Die Varianten sind grenzenlos und so kann hier jeder glücklich werden.

 

  1. Flexibilität

Hat man erst einmal eine Reise gebucht, ist es oft schwer, diese wieder zu stornieren, wenn kein ernsthafter Grund vorliegt. Und selbst wenn es gelingt, ist man das Meiste seines Geldes dennoch los. Die Freiheit, die wir beim Camping haben, besteht darin, dass wir uns eine grobe Richtung überlegen und einfach losfahren. Wo es uns gefällt, bleiben wir stehen. Ist es sehr schön, bleiben wir länger, haben wir irgendwann alles gesehen und Lust auf etwas Neues oder wenn das Wetter nicht mehr mitspielt, fahren wir weiter. Natürlich muss man auch hier ein paar Dinge beachten. In der Hochsaison in Touristengebieten sind auch die meisten Campingplätze ausgebucht. In der Regel sind das aber große Plätze mit Animation für Kinder usw. Wenn möglich sollte man sowieso immer die Hochsaison vermeiden. Wenn es aber nicht anders geht – wie bei uns die letzten Jahre leider auch der Fall – dann kann man abseits der Touristengebiete kleine, abgelegene Plätzen finden. An Campingplätzen kann man manchmal wirklich wahre Schätze entdecken, wenn man einfach noch ein paar Kilometer weiterfährt. Und grundsätzlich ist ja sowieso der Weg das Ziel.

 

  1. Kontaktfreudige Gemeinschaft

Unter Campern kommt man immer schnell ins Gespräch. Da wird gefachsimpelt, beratschlagt und heftig diskutiert. Denn Campen heißt natürlich auch oft: Selbermachen. Und so bespricht man die neuesten Trends und Techniken, vom Gasgrill bis zur Toilettenchemie. Vor allem bei einzelnen Gruppen ist man oft schneller mitten drin als man gucken kann, z.B. bei Besitzern von Eriba-Wohnwagen oder VW-Bussen. Das ist fast wie mit Motorradgangs: auf der Straße grüßt man sich im Vorbeifahren.

Aber auch mögliche Reiseziele werden ausgetauscht, Routen besprochen oder Geheimtipps gegeben. Man hilft sich gegenseitig aus, wenn der Nachbar in seinem kleinen Zelt beim Unwetter unter Wasser steht, man hilft bei Auf- und Abbau, man leiht sich Kaffee aus.

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Studium Theaterwissenschaft

Wenn mich Leute fragen, was ich studiere, und ich ihnen dann erkläre, dass ich meinen Bachelor in Germanistik abgeschlossen habe und jetzt einen Master in Theaterwissenschaft mache, schaue ich meistens erstmal in ratlose Gesichter. Zwei Fragen kommen dann in der Regel sofort:

  1. Was lernt man da?
  2. Was macht man später damit?

Eine dritte – bzw. vierte – Frage steht dann aber oft unausgesprochen im Raum, die nie jemand direkt stellen würde, die ich den meisten Leuten aber vom Gesicht ablesen kann: „Wozu braucht man sowas denn überhaupt? Wieso lernst du nichts Vernünftiges?“

Diese drei Fragen werde ich in diesem Beitrag versuchen, zufriedenstellend zu beantworten. Ja, alle drei.

 

Was lernt man in einem theaterwissenschaftlichen Studium?

Da in der breiten Masse tatsächlich wenig Menschen direkte Berührungspunkte mit dem Theater haben, denken viele als erstes ans Schauspiel. Wer mich kennt, weiß, dass es ungefähr das Letzte wäre, was ich freiwillig tun würde, mich auf eine Bühne zu stellen und vor Publikum zu spielen.

Was lernt man also, wenn nicht schauspielern? Unser Fach ist eigentlich sehr weit gefächert, weiter, als die meisten vermuten würden. Wir lernen zum einen Theatergeschichte: welche Traditionen gibt es? Wann haben Menschen angefangen, Theater zu spielen? Wie haben sich Schauspiel- oder Bühnentechniken seit den Anfängen verändert? Welche Theaterformen gibt es noch in anderen Kulturen?

Außerdem lernen wir natürlich etwas über Theorien. Ich werde hier kein Namedropping betreiben, weil das die wenigsten interessiert, aber es geht in den Unterrichtsinhalten um große Namen der Theatergeschichte, die verschiedene Theorien aufgestellt haben, nach welchen Maßstäben Theater stattfinden sollte. Dementsprechend hängen Theatergeschichte und die Beschäftigung mit den verschiedenen Theorien natürlich auch eng zusammen.

Es geht aber auch ganz konkret darum, wie man sich Inszenierungen anschaut, wie man sie in ihre verschiedenen Bestandteile zerlegen und analysieren kann. Hier geht es also weg von Texten und Büchern und es wird erst richtig spaßig – oder verwirrend vor allem bei der Beschäftigung mit zeitgenössischem Theater. Theatrale Inszenierungen bestehen einfach aus so vielen verschiedenen Elementen, dass ich persönlich es wahnsinnig spannend finde, diese Einzelteile auseinanderzunehmen.

Und es wird noch praktischer. Ich weiß nicht, wie andere Unis das handhaben, bei uns jedenfalls gibt es einen großen praktischen Anteil. Das heißt zum einen, dass wir Schreibkompetenz jenseits des Wissenschaftlichen lernen. Also beispielsweise Kritiken verfassen oder eigene Szenen oder kleine Stücke schreiben.

Zum anderen – und damit sind wir wieder beim Anfang – haben wir die Möglichkeit in einem Seminar unsere Schauspielfähigkeiten zu erproben. Das habe ich noch vor mir und hab mich immer noch nicht entschieden, ob ich mich darauf freue oder Angst davor habe.

 

Was macht man später damit?

Es gibt unzählige Berufe in und am Theater, die nichts mit Schauspiel zu tun haben. Wir werden an der Uni wohl nicht dafür ausgebildet, um Bühnen- oder Kostümbildner zu werden, aber dennoch gibt es einige Möglichkeiten. Kurz gefasst erkläre ich Leuten, die mich danach fragen immer, dass das Studium auf eine „künstlerische Leitungsposition“ hinführen soll. Das ist natürlich immer noch sehr vage, zugegeben. Darunter fällt zum Beispiel die Intendanz eines Theaters (in der Wirtschaft würde man vermutlich CEO sagen) oder Dramaturgie. Letzteres ist bisher mein zukünftiger Plan. Die Arbeitsbereiche eines Dramaturgen sind je nach Größe des Hauses unterschiedlich breit gefächert. Grundsätzlich ist ein Dramaturg aber ein Textmensch. Er schreibt Programme, Begleithefte, manchmal auch Pressemitteilungen. Er recherchiert Hintergrundinformationen zu Stücken, ist beteiligt an der Überarbeitung der Texte für Inszenierungen und und und … In meinem Kopf aktuell genau das, worauf ich Lust habe. Ob sich das bewahrheitet, werde ich im Sommer rausfinden, wenn ich ein Praktikum in diesem Bereich mache.

Abgesehen von diesen „künstlerischen Leitungspositionen“, wie ich sie nenne, gibt es aber auch noch andere Berufsfelder. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kritiker, Kulturmanagement, Festivalorganisation … mit ein bisschen Fantasie kann man in eigentlich jedem kulturellen Bereich Fuß fassen.

 

Wieso lernst du nichts Vernünftiges?

Naja, die simple Antwort hierauf ist: „Weil ich das, was vom Gros der Gesellschaft als ‚sinnvoll‘ angesehen wird, einfach nicht kann, nicht verstehe oder schlicht langweilig finde.“ Ich kann kein Ingenieurwesen studieren, weil ich eine technische Niete bin. Ich will kein Jura studieren, weil ich keine Lust habe, ewig Paragraphen auswendig zu lernen. Ich habe null ökonomisches Verständnis und wäre in BWL daher vollkommen aufgeschmissen. Ich habe mein Studium aufgrund des einen simplen Aspekts gewählt, dass es mir Spaß macht. Nicht danach, wie viel Geld ich später verdienen kann, nicht danach, wie hoch die Jobchancen sind. Wenn ich daran denke, dass ich diesen Job (welcher es dann auch immer sein wird) aller Wahrscheinlichkeit nach für den Rest meines Lebens ausüben werde, will ich mich nicht jeden Morgen quälen müssen, aufzustehen. Das ist das Eine.

Das Andere ist, dass Theater oder Kultur im Allgemeinen meiner Meinung nach nichts „Sinnloses“ oder „nicht Vernünftiges“ ist. Kultur ist ein gesellschaftliches Allgemeingut und deswegen wichtig.

Theater kann Gesellschaften einen Spiegel vorhalten, sie kritisieren, sie an den Pranger stellen. Es ist aber auch Unterhaltung (ich gebe zu, dass viele Theatermenschen das oft vergessen, aber ich denke, das ist elementar, wenn wir die Menschen nicht verschrecken wollen), Auszeit vom Alltag, ein gemeinsames und gleichzeitig doch individuelles Erlebnis. Es ist auf jeden Fall etwas, das nicht verloren gehen darf, nur weil heutzutage alles effizient und zielorientiert sein muss. Alles muss einem Zweck dienen, einen Mehrwert bringen und am besten gleichzeitig bio, fairtrade und digital sein. Macht doch einfach mal was, weil es schön ist! Für die Ästhetik und nicht für den Profit. Ich denke, jeder von uns kann ein bisschen mehr Schönheit in seinem Leben vertragen – und wenn ich dafür sorgen kann, umso besser. 

 

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10 Fakten über mich

Wer bin ich? Mit wem habt ihr es hier zu tun? Damit ihr ein paar Antworten bekommt und eine kleine Idee davon, wie ich so ticke, habe ich hier 10 Fakten über mich zusammengestellt. Ob sie hilfreich sind, könnt ihr selbst entscheiden.

  1. Manchmal führe ich Selbstgespräche in meinem Kopf und muss dann laut über meine eigenen Puns lachen, weil ich mich selbst sehr lustig finde.
  2. Die besten Ideen kommen mir meistens während des Autofahrens. Das ist schlecht, weil ich dann auf die schnelle nichts aufschreiben kann und die Hälfte wieder vergesse.
  3. Ich bin ein introvertierter Mensch. Manchmal wird diese Introvertiertheit als Schüchternheit aufgenommen, meistens aber als Arroganz gedeutet.
  4. Ich neige zu Anglizismen und Denglich, weil ich oft meine Gedanken in Englisch besser auf den Punkt bringen kann als auf Deutsch. Be prepared!
  5. Ich habe mich extremst mit Nick aus der Sitcom New Girl identifiziert, als der in einer Folge sagte, erwachsen werden sei toll, denn es sei als würde sein Körper in ihn hineinwachsen. Tatsächlich finde auch ich das Erwachsenwerden ziemlich gut, denn endlich kann ich all die Spießerdinge tun, die ich mit 16 schon cool fand.
  6. Auch wenn das Älterwerden (bisher) kein Problem für mich ist, habe ich ab und an kleine Panikattacken, wenn ich darüber nachdenke, dass ich nächstes Jahr endgültig die Uni abschließen und ins ‚reale‘ Berufsleben einsteigen sollte.
  7. Im Gegensatz zu den meisten Studenten (zumindest denen, die ich kenne), macht es mir Spaß wissenschaftlich und theoretisch zu arbeiten. Ja, ich schreibe tatsächlich gerne Hausarbeiten und recherchiere tagelang Texte in der Bib.
  8. Bis ich 20 wurde, war ich der unsportlichste Mensch der Welt, heute gehe ich drei Mal die Woche ins Fitnessstudio, und mache Yoga.
  9. Seit ich 6 Jahre alt war, sind meine Eltern mit mir in Campingurlaub gefahren. Bis auf gezielte Städtetrips für ein paar Tage und ich glaube zwei Ausnahmen, habe ich keinen anderen Urlaub mehr gemacht und vermisse komfortable Hotelanlagen auch kein bisschen.
  10. Es gibt ungefähr tausend Dinge, die ich noch lernen will, angefangen bei Fotografieren über Spanisch sprechen bis hin zu stricken.
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