Lesejahr 2019 – Bücher im Juli, August, September

Bücherstapel

In den letzten drei Monaten war so ziemlich jedes Genre in meinen Büchern vertreten. Krimi, Fantasy, was zum Lachen, Sachbücher … Also hoffentlich auch für jeden von euch wenigstens eine Empfehlung.

Weil ich viel unterwegs war, habe ich außerdem mein tolino mal wieder rausgekramt. Wenn man Gepäck schleppen muss, müssen nicht noch schwere Bücher mit in den Koffer. Auch wenn ich für immer Verfechter von echtem Papier bleiben werde.

Aber, fangen wir einfach an. Hier sind die Bücher, die ich im Juli, August und September gelesen habe:

Roxane Gay: Bad Feminist

Bad Feminist auf dem E-Reader

Roxane Gay ist eine amerikanische Autorin, Englischprofessorin und Herausgeberin. Sie bezeichnet sich zwar selbst als Feministin, sieht aber selbst die Punkte, wo sie immer wieder scheitert. Z.B., dass sie gerne Rap-Musik hört und dort frauenverachtende Texte mitrappt, ganz unbewusst. In ihrer Unperfektheit habe ich mich oft selbst wiedergefunden.

In diesem Buch geht es aber nicht nur um Feminismus, sondern auch um Rassismus, da Gay selbst afroamerikanische Wurzeln hat. Diese abstrakten Themen erläutert sie an konkreten Beispielen aus ihrem Leben oder an popkulturellen Ereignissen. So nimmt sie unter anderem auch erfolgreiche Hollywood-Filme auseinander und legt hier Rassismen und Sexismen offen, die von den meisten von uns verinnerlicht wurden.

Bad Feminist ist zwar nicht direkt Unterhaltungsliteratur, aber es ist auch kein reines Sachbuch. Gays Schreibstil ist mitreißend, immer wieder auch zum schmunzeln und dennoch faktenbasiert. Ich für meinen Teil habe mich nie gelangweilt beim Lesen und dennoch einiges dazugelernt.

Andreas Winkelmann: Die Lieferung

Die Lieferung auf dem e-Reader

Das nächste Buch war ein Krimi, der mir von verschiedenen Bestsellerlisten empfohlen wurde. Da ich schon länger keinen Krimi mehr gelesen hatte – warum nicht? Und darum geht’s:

Viola hat schon seit längerer Zeit, das Gefühl verfolgt zu werden, doch sie hat keine Beweise. Die einzige, die ihr glaubt, ist ihre beste Freundin, doch von einem auf den anderen Tag meldet die sich nicht mehr. Gleichzeitig wird in den Harburger Bergen eine blasse, unterernährte und sichtlich verwirrte Frau aufgegriffen. Polizeikommissar Jens Kerner weiß sich lange nicht zu helfen, bis seine Mitarbeiterin einen Zusammenhang zwischen beiden Fällen entdecken kann …

Ein solider Krimi, packend und die Wendung ist nicht wirklich vorhersehbar. Zumindest war sie das für mich nicht. Wer auf Krimis steht, dem kann ich Die Lieferung nur empfehlen.

Angela Bajorek: Wer fast nichts braucht, hat alles. Janosch, die Biographie

Buch "Wer fast nichts braucht, hat alles" Die Janosch-Biographie

Janosch, der Erfinder von Tiger und Bär, von Günter Kastenfrosch und der Tigerente, hat sich lange dagegen gewehrt mit Journalisten zu sprechen, weil sie seiner Meinung nach die Fakten immer nur verdrehen würden, um gute Schlagzeilen zu erzielen. Angela Bajorek hat es schließlich doch geschafft mit dem Zeichner und Autor zu sprechen und ihr hat er seine Lebensgeschichte erzählt. Geboren und aufgewachsen in Schlesien unter ärmlichsten Verhältnissen, war er immer etwas anders als seine Altersgenossen. Seine ersten Schreibversuche blieben ohne großen Erfolg bis er schließlich mit Tiger und Bär den Durchbruch schaffte. Heute gibt es die Tigerente in allen möglichen Formen für Groß und Klein zu kaufen. Janosch selbst wurde aber von seinen Verlagen und der Janosch AG ziemlich über’s Ohr gehauen. Viel von den ganzen Einnahmen sieht er nicht.

Wer Janosch und seine Geschichten mag, wird auch diese Biographie mögen. Denn sie ist nicht nur spannend und voller Fakten über sein Leben, sondern auch sehr liebevoll geschrieben und ich wollte auf fast jeder zweiten Seite ein Zitat anstreichen, dass ich mir merken möchte.

Marc-Uwe Kling: Die Känguru- Apokryphen

Buch die Känguru-Apokryphen

Und danach was zum Lachen: Wer Marc- Uwe Kling kennt, kennt auch seine Känguru-Reihe. Die Apokryphen sind das neueste daraus und hier vereint er – wie der Titel schon sagt – bisher unveröffentlichte Geschichten, die es in keins der vorherigen Bücher geschafft haben. Ein super Buch um zwischendurch mal etwas abzuschalten, einfach nicht ganz so viel nachzudenken und ordentlich zu lachen.

Sybille Berg: GRM. Brainfuck

Buch GRM

Sibylle Berg erzählt in GRM die Geschichte von vier Kindern in England irgendwann zwischen 2020 und 2030. Der Neoliberalismus hat inzwischen ganze Arbeit geleistet. Sozialleistungen gibt es nicht mehr. Wer nicht aus eigener Kraft überleben kann, wird immer weiter in die städtischen Außenbezirke abgeschoben. Die vier Kinder Hannah, Don, Peter und Karen sind von ihren Eltern vergessen oder verlassen worden, eventuell sind sie auch tot. Zusammen rebellieren sie gegen das kaputte System und versuchen dem perfektionierten Überwachungsstaat aus dem Weg zu gehen.

Auf dem Klappentext steht: „Das ist keine Dystopie. Es ist die Welt, in der wir leben. Heute. Und vielleicht morgen.“ Und genau deswegen ist es stellenweise so hart und beängstigend, dieses Buch zu lesen. Weil es so realistisch ist. Trotzdem empfehle ich es jedem, weil Sibylle Berg es einfach versteht, gute Geschichten zu erzählen und weil es trotz allem Spaß macht, zu lesen.

Sarah Kuttner: Kurt (Hörbuch)

Hörbuch "Kurt"

Lena, der große Kurt und der kleine Kurt – von ihnen handelt diese Geschichte. Lena hat sich gerade zusammen mit dem großen Kurt ein Haus draußen in Brandenburg gekauft, damit dieser mehr Gelegenheit hat, seinen Sohn, den kleinen Kurt, für den er sich das Sorgerecht mit seiner Ex-Frau teilst, zu sehen. Alles läuft bestens, die kleine Patchworkfamilie ist glücklich. Doch dann bricht ein Unglück über sie herein und das Leben ist nicht mehr wie es vorher war.

Sarah Kuttner erzählt in Kurt die Geschichte von Trauer und ihrer Bewältigung. Davon, wie Menschen unterschiedlich mit Verlusten umgehen und welchen Belastungen Beziehungen ausgesetzt sind, wenn eine unvorhergesehene Katastrophe über sie hereinbricht.

Dieses Buch hat mich tieftraurig gemacht. An seinem Ende aber auch wieder glücklich. Obwohl Kuttner sehr unaufgeregt und nüchtern schreibt (und auch liest, denn sie liest das Hörbuch selbst), ist das Thema nichts für schwache Nerven. Ich habe es aber sehr geliebt und würde es jedem weiterempfehlen.

Cornelia Funke & Guillermo del Torro: Das Labyrinth des Faun (Hörbuch)

Hörbuch "Das Labyrinth des Faun"

Cornelia Funke war in meiner Jugend meine Lieblingsautorin. Von den Wilden Hühnern, über Drachenreiter bis hin zur Tintentrilogie – ich habe alles gelesen. Die Tintentrilogie ist bis heute eine meiner liebsten Buchreihen. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich ihr neuestes Buch entdeckt habe. Als Hörbuch (gelesen von der Autorin selbst) hat es mich durch meine Weisheitszahn-OP und deren Nachwehen begleitet. Dafür kann ich es nur empfehlen.

Die Handlung spielt im Jahr 1944 in Spanien. Ofelia zieht mit ihrer schwangeren Mutter in die Berge, da dort ihr neuer Stiefvater, ein Soldat des Franco-Regimes, stationiert ist. Die Wälder, die das Gut umgeben, werden zu Ofelias Zuflucht vor dem Stiefvater, der sie am liebsten loswerden würde. Ein Faun erscheint dem Mädchen und stellt ihr drei Aufgaben. Kann sie diese erfüllen, ist sie die lange verschollene Prinzessin des Reichs.

Michael Ende: Momo

Hörbuch "Momo"

Ich denke auf den Inhalt dieser herzerwärmenden Geschichte von Michael Ende muss ich nicht groß eingehen. Jeder hat irgendwann schonmal von Momo und den grauen Männern, die die Zeit stehlen gehört.

Obwohl ich natürlich auch die Geschichte kannte, muss ich gestehen, dass ich sie jetzt zum ersten Mal gelesen, bzw. natürlich gehört, habe. Gert Heidenreich liest das Hörbuch und es ist ein wahrer Genuss, ihm zuzuhören. Also auch für die, die das Buch selbst gelesen habe: hört ich unbedingt auch das Hörbuch an. Ich kann es nur empfehlen.


Welche Bücher habt ihr so in den letzten Monaten gelesen? Und welcher der vorgestellten Bücher kanntet ihr vielleicht schon?


Was ich sonst noch so gelesen habe dieses Jahr? Hier kommt ihr zu den Quartalen eins und zwei.

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7 Kommentare zu „Lesejahr 2019 – Bücher im Juli, August, September“

  1. „Die Lieferung“ hatten wir heute in einem Buchladen erst in der Hand! Ich hätte auch mal wieder richtig Lust auf einen Thriller, aber vorher muss ich noch zwei andere Brocken durchlesen!

    Liebe Grüße
    Jana von Simplyjaimee.de

    1. Früher habe ich auch total viele Thriller gelesen, inzwischen sind sie irgendwie etwas seltener geworden … Das soll sich auch wieder ändern und „Die Lieferung“ war ein guter Anfang 🙂

  2. „Momo“ habe ich geliebt, als ich kleiner war.
    Das Buch über Janosch hört sich gut an und habe ich mir direkt notiert. „GRM Brainfuck“ steht auch schon länger auf meiner Leseliste und die Känguru-Chroniken wollte ich schon lange hören – sollte sie vielleicht endlich mal auf mein Handy ziehen, damit ich es auch tue 😁

    Liebe Grüße
    Annkathrin 🌿

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