Februar 2021 Rückblick

Der kalendarisch perfekteste Monat ist vorbei. Er hat mit einem Montag angefangen und mit einem Sonntag geendet und ihr wisst gar nicht, wie sehr das mein Planungsherz erfreut hat.

Inhaltlich war der Monat nicht ganz so perfekt. Er war oft schwierig, hielt einige Herausforderungen bereit für mich, nicht alle davon sind inzwischen bewältigt. Aber vieles im Februar war auch gut. Und auf diese guten Dinge möchte ich mich hier im Rückblick vor allem konzentrieren.

Wiederentdeckt: Kreatives Schreiben

Der Monat hat angefangen mit einem dreitätigen Workshop im Kreativem Schreiben. Wie alles im Moment hat der natürlich nur digital via Zoom stattgefunden und das ist meistens relativ anstrengend. Aber durch die viele Zeit, die wir hier selbstständig mit Schreiben verbringen konnten, war es diesmal sehr viel angenehmer.

Dieser Workshop hat mir in vielerlei Hinsicht geholfen. Erstens hat er mich daran erinnert, dass ich eigentlich schon immer gerne geschrieben habe und mir einen Schubs gegeben, das wieder mehr in meinen Alltag zu integrieren. Das meiste davon ist einfach nur für mich. Viel davon könnt ihr aber z. B. auch auf meinem neuen Instagram-Kanal lesen. Oder hier. Denn aus dem Bedürfnis, wieder mehr zu schreiben, kam schließlich auch die Lust zurück, den Blog wiederzubeleben.

Außerdem habe ich mich innerhalb dieses Workshops mal wieder aus meiner Komfortzone herausgetraut. Ich kannte die Teilnehmer:innen nicht, ebenso wenig wie die Leiterin. Es war keine Pflicht, das Geschriebene mit der Gruppe zu teilen und so hätte ich auch gut still bleiben können. Aber letztendlich dachte ich mir: Ich kann nur etwas lernen, indem ich Feedback bekomme. Und Feedback bekomme ich nur, indem ich vorlese, was ich geschrieben habe. Beim ersten Mal war das eine riesige Überwindung. Beim zweiten Mal wurde sie schon kleiner und zuletzt habe ich mich sogar getraut, einen meiner Texte bei der großen Abschlussrunde vorzustellen, wo noch mehr Zuhörer:innen dabei waren.

Und so habe ich gelernt: es passiert überhaupt nichts Schlimmes, wenn ich meine Komfortzone verlasse. Ich kann eigentlich nur gewinnen.

Doppeltes Blumenglück

Kurz darauf hatte ich trotzdem wieder einen eher bescheidenen Tag. Mehr oder weniger „einfach so“. Das passiert im Moment häufiger, ich bin dann antriebslos, unmotiviert und gleichgültig dem Tag gegenüber. Gleichzeitig bin ich aber total genervt von mir selbst. Wenn dann auch noch nur eine Sache blöd läuft, ist alles vorbei. Also rief ich M. an, damit er mich ein bisschen aufbauen könnte. Und was tat der? Am nächsten Tag stand der DHL-Mann vor der Tür mit einer Blumenlieferung.

Überraschungsblumenstrauß

Eine zweite Blumenlieferung hatte ich mir übrigens selbst gegönnt: ein wunderschöner Strauß Trockenblumen, der seitdem unser Wohnzimmer schmückt.

Strauß Trockenblumen in Gelb und Braun

Und so mit der Wohnung voller Blumen, frischen und getrockneten, geht die Arbeit schon viel leichter von der Hand. Das Gefühl, geliebt zu werden, gratis dazu.

Schnee, Schnee, Schnee …

Dann kam auf einmal ganz viel Schnee. Wie vermutlich bei den meisten. Eigentlich hatte ich wirklich schon mit dem Winter abgeschlossen. Aber als dann auch noch ganz viel Sonne kam, war das Winterglück dann doch noch einmal perfekt für mich. Ein Schneespaziergang bei Minusgraden und gleichzeitig strahlendem Sonnenschein war mit das Beste, was ich im letzten Monat für mein Gemüt tun konnte.

Schneelandschaft
Happy me, in dem Moment war einfach alles, alles gut.

Von Hand geschrieben

Die Post hat im Februar gleich mehrmals schöne Dinge gebracht. So hatte ich unter anderem auch einen handgeschriebenen Brief im Briefkasten. Aus Irland. Dort wohnt nämlich S. und mit S. habe ich eine Brieffreundschaft begonnen. Ehrlicherweise habe ich seit Dezember auf den ersten Brief gewartet und gedacht, sie hätte mich bereits vergessen. Doch dann kam er, aus privaten Gründen hatte sich das Schreiben verzögert, aber jetzt ist alles soweit geklärt und ich hab mich gefreut wie ein kleines Kind. Bestes Gefühl:

den Briefkasten öffnen und es sind nicht nur Rechnungen drin.

Wiederentdeckt Pt. 2: Kindheitsessen

Ein weiteres Highlight in den letzten vier Wochen war ein kulinarisches. Dazu einige Infos vorab: Ich bin zu einem großen Teil mit saarländischer Küche aufgewachsen. Die beinhaltet viele Kartoffelgerichte und Teigwaren, aber vor allem auch Speck. Speck ist Bestandteil fast jeden Gerichts, das hat es für mich ziemlich schwierig gemacht, seit ich kein Fleisch mehr esse. Seit der Umstellung auf vegan, wurde es dann noch schwieriger, weil Milch und Eier natürlich auch oft eine Hauptrolle spielen.
Ein Essen, dass es bei uns Zuhause regelmäßig gab, waren „Knäppscha“. Zumindest hießen die bei uns so, ich weiß aber, dass sie in anderen Regionen auch bekannt sind als „Wasserspatzen“, „Mehlspatzen“, „Mehlknäpp“ oder welche Ausdrücke es da sonst noch geben mag. Im Grund genommen ist das bloß ein sehr zähflüssiger Teig aus Mehl, Wasser und einer Prise Salz, welcher dann mithilfe von zwei Esslöffeln in siedendes Wasser gegeben wird. So entstehen ziemlich unförmige Teigklumpen, die gegart werden. Hübsch anrichten kann man dieses Essen auf jeden Fall nicht. Der Clou ist allerdings die Soße: die besteht hauptsächlich aus ausgelassenem Speck (ggf. zusätzlichem Öl) und zum Verfeinern einem Schuss Kondensmilch.

saarländische Mehlspeise

Ich habe es nun also gewagt, dieses Gericht zu veganisieren – und Freunde, ich habe es geliebt. Sofortiger Flashback in die Kindheit. Es ist nicht gesund, nicht instagramable und absolust nicht hip. Aber ich sag euch, ich war im Himmel. Ab und an muss das sein und von jetzt an, werde ich wieder öfter Knäppscha kochen.

Valentinskitsch als Alltagsauszeit

Außerdem war im Februar, wie jedes Jahr: Valentinstag. Ich gebe zu, dass ich nicht immer ein Fan von diesem Tag war. Rückblickend betrachtet, lag das aber auch daran, dass meine jeweiligen Partner immer herzlich wenig dafür übrighatten. Wenn ich es also auch doof finde, sich am 14. Februar ein bisschen mehr Zeit füreinander zu nehmen und sich kleine Aufmerksamkeiten zu schenken, dann war ich nicht enttäuscht.

Nun, jetzt habe ich aber M. und M. ist der romantischste und kitschigste Mensch, den ich jemals treffen durfte. Das heißt, dass es ein gemütliches romantisches Dinner gab, Cocktails und lange Gespräche bei Kerzenschein. Gerade im Moment sind diese Tage so wichtig für mich. Denn für ein paar Stunden vergesse ich einfach mal, worüber ich mir sonst 24/7 den Kopf zerbreche und alles, was gerade nicht rund läuft. Das ist toll.

Candle Light Dinner
Pilzrisotto und Cocktails – für mich der perfekte Abend.

Hello again! Blog & Instagram

Und natürlich – wie oben schon einmal angedeutet – wurde dieser Blog im Februar wiederbelebt. In meinem ersten Blogpost nach acht Monaten habe ich erzählt, was im Moment so los ist, warum ich hier solange nichts geschrieben habe und wie es weitergehen soll. Wenn ihr das also noch nicht gelesen habt, dann holt das doch gerne mal nach. Da war einiges, was raus musste. Dinge, die ich lange für mich behalten habe, weil es irgendwie unangenehm war, darüber zu sprechen. Aber ehrlich: warum ist das unangenehm? Weil Arbeitslosigkeit eben genauso ein Tabuthema ist wie viele anderen. Und ich finde, das sollte es nicht sein.

Das war mein Setting, als ich mich wieder an den Blog gesetzt habe. Und why not?

Im selben Zug habe ich entschieden, dass ich einen neuen Instagram-Kanal möchte. Mit dem alten war ich irgendwie unglücklich und wenn ich neu starte, dann eben richtig. Wenn ihr den also auch noch nicht gesehen habt, schaut auch dort gerne vorbei und abonniert den Kanal.


Der Februar war insgesamt ein Monat, der viele Denkanstöße gebracht hat. Es gab noch einige Herausforderungen, die ich bisher nicht lösen konnte und deswegen vermutlich erst im März davon erzählen will, wenn ich das hinter mir habe. Insgesamt habe ich in den letzten vier Wochen viel gegrübelt, war oft verzweifelt, habe aber auch immer wieder neue Hoffnung gefunden, viele Dinge in einem anderen Licht betrachten können und so auch neue Erkenntnisse bekommen. Eine davon war z. B. die folgende:

Nichts ist in Stein gemeißelt, alles kann sich noch verändern. Das Einzige was zählt, ist mein Bauchgefühl.

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9 Antworten auf „Februar 2021 Rückblick“

  1. Sehr inspirierend! Gerade das mit dem Schreiben kenne ich nur zu gut, ich habe zwar keine 8 Monate aber seit Dezember fehlt mir dahingehend auch die Motivation und der Elan, nicht nur für den Blog auf für meinen YouTube Kanal. Aber mit den steigenden Temperaturen und der vielen Sonne merke ich, dass ich wieder Lust auf all das habe, scheinbar erwache ich gerade aus dem Winterschlaf. Ich bin gespannt, was du noch alles schreiben wirst. Die Blumensträuße sind traumhaft schön!!

    Viele Grüße Eileen von http://www.eileens-good-vibes.de

  2. Liebe Anika,
    Blumen heitern einen immer irgendwie auf und ich habe es mir auch angewöhnt, regelmäßig welche in meine Wohnung zu stellen. Wir dachten auch, es wird wärmer und dann kam der Schnee über Nacht 🙂 Schön, dass Du Deine Gedanken und Erlebnisse hier mit uns teilest. Bloggen lebt von Persönlichkeit!
    Herzliche Grüße
    Vivienne

  3. Willkommen zurück! Ich war auch lang nicht mehr in einem Schreib- oder sonstigen Kreativkurs… vielleicht klappt es ja in der Elternzeit mal wieder. Nähkurse gibts ja sogar mit Baby.

  4. Liebe Anika,

    Da ist bei dir im Februar ja einiges los gewesen. Sowohl Positiv als auch negativ… Mein Februar war eher positiv. Ich konnte in einen neuen Job starten und dieser hat mich auch den ganzen Monat auf Trab gehalten. Jetzt fange ich so langsam an mich einzugewöhnen^^

    Allerliebst ♥
    Mona

  5. Oh das war aber wenig Schnee bei dir. Ich hatte nur 80cm hier und es war einfach nur eine Katastrophe. Nichts wurde geräumt von der Stadt oder unserem Vermieter. Grauenvoll.
    Der perfekte Monat. Mein innerer Monk hat den Monat geliebt, aber auch nur er. Mir erging es wie dir. Auf und Ab. Achterbahn können wir eindeutig.
    Am Rest müssen wir arbeiten.

    xoxo Vanessa

  6. Unser Februar war auch soooooo verschneit! So viel Schnee habe ich hier schon seit Jahren nicht mehr gesehen! Berge über Berge und wir haben ihn natürlich zum Rodeln genutzt. Über Blumen durfte ich mich Ende Februar auch freuen, ein wirklich schöner bunter Strauß, zum Glück ist er noch nicht ganz verblüht! Und Knäppscha kannte ich bis eben gar nicht! Wäre leider auch nicht meins, weder mit noch ohne Speck! Aber lass es dir schmecken!

    Liebe Grüße
    Jana

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