Was mich am Bahnfahren nervt

Beitragsbild Bahnsteig aus dem Fenster, Spiegelung

Im Sommer habe ich einen Beitrag darüber verfasst, warum ich Bahnfahren so toll finde und warum das noch mehr Menschen machen sollten. Vielleicht war diese Darstellung ein bisschen einseitig und deswegen gibt es jetzt und hier vier Dinge, die ich am Bahnfahren richtig blöd finde.

** Achtung! Dieser Beitrag könnte Spuren von Ironie enthalten. **

Schaffner, die mir bei der Kontrolle das Handy aus der Hand nehmen

Wie die meisten Menschen im 21. Jahrhundert nutze ich die DB App und lade alle meine Tickets aufs Handy. Ich meine, wer braucht schon den Papierkram? Und es ist eben wirklich praktisch. Und normalerweise ist es auch überhaupt kein Problem, den QR-Code auf meinem Handybildschirm zu scannen. Trotzdem gibt es da immer wieder diese merkwürdigen SchaffnerInnen, die der Meinung wäre, es sei ok, auf meinem Smartphone rumzutatschen oder es mir sogar aus der Hand zu nehmen. Nein! Das Ding war teuer, lass es! Wenn der Bildschirm zu dunkel ist, sag es einfach. Wenn du die Bahncard sehen willst, sag es. Aber lass mein Handy in Ruhe.

Die Mitreisenden

Manchmal habe ich vielleicht ein paar misanthropische Züge an mir. Und dann ist Bahnfahren eine ziemlich schlechte Idee. Dann habe ich das Gefühl, dass sich alle Dummheit der Menschheit gerade an Bahnhöfen und in Zügen tummelt.
Leute, die auf überfüllten Bahnsteigen einfach mitten im Weg stehen bleiben, sodass man selbst eine Vollbremsung hinlegen muss oder in sie hineinrempelt. Leute, die der Meinung sind, es wäre ok, fettiges, stinkendes Fast Food in einem Zugabteil zu verspeisen. Leute, die scheinbar nicht wissen, wie die Technik des Telefonierens funktioniert und stattdessen versuchen, bis ans andere Ende der Republik zu schreien. Oder, besonders toll und vor allem besonders deutsch, Leute, die in einem fast leeren Zug auf ihre Sitzplatzreservierung bestehen.

Hier gibt es echt alles, you name it. Aber eine besondere Kategorie möchte ich extra hervorheben:

Menschen, die von irgendwas total genervt sind, aber sich nicht beschweren

Ich bin kein Fan von Leuten, die sich ständig über jeden Pups beschweren müssen. Aber noch schlimmer finde ich die, die ganz offensichtlich genervt sind und einfach nichts sagen. Z.B. dieser Typ den das Babyweinen im Waggon beim Schlafen gestört hat. Augen verdrehen, extra laut stöhnen und seufzen, wieder die Augen verdrehen, Kopfhörer auf, Kopfhörer genervt wieder runter, nochmal stöhnen und dabei den Kopf schütteln. Die perfekte Diva.
Erstens: Babys sind Babys und die schreien nunmal. Und da es in Zügen kein „Babyverbot“ gibt, muss man als Fahrgast bis zu einem gewissen Grad damit leben können. Zweitens: Den Eltern ist es bestimmt auch ohne dein Getue schon unangenehm genug, dass ihr Kind gerade den ganzen Waggon unterhält. Drittens: Wenn du dich so sehr gestört fühlst, dann geh halt hin und bitte die Eltern – höflich! –, ob sie mit dem Kind kurz raus gehen können.

By the way war das Geschrei in diesem Fall nach 10 Minuten vorbei und sowohl das Baby als auch der sehr genervte Herr haben ihren verdienten Schlaf bekommen.

Laptop in der Bahn

Regionalbahnen

Die Regionalbahn ist so ungefähr der undankbarste Zug, den es geben kann. Ziemlich oft überfüllt, kaum bis kein vernünftiger Platz für Gepäck und die halten echt an jeder Milchkanne an. Also versteht mich nicht falsch, auch die Mini-Dörfer verdienen eine Bahnanbindung und das ist verdammt gut so! … Ich will halt nur nicht dadurch fahren.

Kein Handyempfang

Es ist kein Geheimnis, was den mobilen Netzausbau angeht ist Deutschland Entwicklungsland. Und das merkt man vor allem, wenn man das gelobte Land des heimischen WLANs verlässt. Und gerade in Zügen ist es einfach so nervig, weil die sich ja bewegen. Da! Jetzt ist genug Netz da, um eine Serie anzufangen. Fünf Minuten später friert das Bild ein. Für etwa eine halbe Stunde oder so. Man könnte jetzt sagen Serien streamen braucht ja auch sehr gutes Netz, weil da viele Daten runtergeladen werden – First World Problem. Stimmt schon. Aber wenn ich nicht einmal meine Emails abrufen kann, nein, falsch: wenn ich nicht einmal telefonieren kann (!), sollte das irgendwem mal zu denken geben.

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Blogparade: Reiseglück – mein Sommer 2019

SOS Fernweh hat zur Blogparade aufgerufen. Und wo ich doch gerade frisch aus dem Urlaub zurück bin, kann ich zum Thema Reiseglück auf jeden Fall etwas beitragen.

Reiseglück umringt von der Ostsee

Ich habe dieses Jahr keinen besonders fancy und schicken Urlaub gemacht, dafür aber sehr schön idyllisch und entspannt. Es ging für eine Woche auf die Ostseeinsel Hiddensee – ein klitzekleines friedliches Fleckchen Erde. Und für mich am wichtigsten: umgeben von Meer. (Auch wenn mir selbst am Anfang nicht klar war, wie wichtig mir das ist.)

Es war mein erstes Mal an der Ostsee, denn in vorherigen Urlauben hatte ich bisher nur die Nordsee mit meiner Anwesenheit beglückt.

Wie das Meer mich wieder runterholt

Es waren einfach sehr entspannte und gemütliche Tage in der Natur. Aber obwohl alles so perfekt ist, kann man sich manchmal einfach nicht helfen und hat doch mal einen schlechten Tag. So geht bzw. ging es mir zumindest. Kennt ihr das, wenn an einem Tag einfach alles doof ist und es einem niemand so wirklich recht machen kann? So einen Tag hatte ich zwischendurch. Und trotzdem haben wir unseren Tagesplan umgesetzt: Fahrräder ausleihen und ans andere Ende der Insel radeln. Wir wollten uns ein wenig den Ort und vor allem den Leuchtturm ansehen.

Der Leuchtturm war ehrlicherweise ziemlich enttäuschend, vor allem da ein Baugerüst rundherum aufgestellt war. Na danke, als hätte ich nicht sowieso schon schlechte Laune. Angenervt wollte ich also schon den Rückweg antreten, als meine unglaublich geduldige Reisebegleitung aber sagte: „Komm, wir gehen an den Strand!“ Und da war er schon halb über die Düne. Nicht sonderlich motiviert stapfte ich also hinterher.

… und auf einmal war alles gut.

Auf dem Dünenkamm angekommen schlug mir schon der salzige Seewind ins Gesicht und ich hörte das Meer rauschen. Die einzig logische Handlung: Schuhe aus und so schnell wie möglich das Wasser erreichen.

Bestimmt 10 Minuten stand ich da, das Gesicht zur Sonne gestreckt, die Augen geschlossen, während die Wellen meine Knöchel umspielten. Und ich hätte noch viel länger einfach nur da stehen können.

Die ganze schlechte Laune des Tages, alles war egal und unwichtig. Das Meer hat mich wieder runtergeholt. Und danach war alles besser.

Mein persönliches kleines Reiseglück in diesem Jahr.


Was war denn euer persönliches Reiseglück? Und schaut auch unbedingt bei den anderen Beiträgen im Rahmen der Blogparade vorbei, da sind tolle Erlebnisse dabei!

… und da konnte ich wieder lachen.
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6 Gründe, warum ihr mehr Bahn fahren solltet

Bahnsteig

Aus verschiedenen Gründen bin ich dieses Jahr sehr viel mit der Deutschen Bahn auf unterschiedlichen Strecken quer durch Deutschland unterwegs gewesen. Und weil ich inzwischen wirklich so gerne Bahn fahre, gibt es hier heute meine Top 6 Gründe, warum auch ihr öfter mit dem Zug fahren solltet.

1. Klima

Im Vergleich der verschiedenen Verkehrsmittel was ihre Schadstoffemission betrifft, schneidet die Bahn deutlich besser ab als PKW und Flugzeug. Nur Fernbusse sind noch klimafreundlicher, was allerdings vor allem an deren besserer Auslastung liegt.

Laut Umwelt Bundesamt emittiert die Bahn im Fernverkehr nur rund 40 Gramm CO2 pro gefahrenen Personenkilometer, ein Reisebus etwa 30 Gramm. Der PKW liegt dagegen bei 137 Gramm und das Flugzeug bei 201. Im Zusammenspiel mit den anderen Vorteilen der Bahn, die ich gleich noch aufzähle, ist sie damit erste Wahl bei den Verkehrsmitteln.

ICE der Deutschen Bahn

2. Sicherheit

Welches Verkehrsmittel definitiv das sicherste ist, darüber können die verschiedenen Verbände und Lobbys ewig streiten. Fakt ist jedoch: Das Auto ist es nicht. Im Vergleich zur Bahn liegt das Todesrisiko beim Autofahren 63-mal höher, das Verletzungsrisiko sogar 113-mal höher. Je nach Statistik sind die Zahlen etwas andere, der Unterschied zwischen PKW und Zug bleibt aber immer enorm. Noch sicherer als die Bahn ist nur das Flugzeug. Pro Milliarde Reisekilometer sterben hier 0 Personen, in der Bahn sind es 0,04. (Im Auto 2,9)

Bei diesen Zahlen fällt es mir auf jeden Fall leicht, sorgenfrei im ICE zu schlafen.

3. Zeit

Wir alle haben zu viele Aufgaben und zu wenig Zeit. Allein aus diesem Grund, finde ich Bahnfahren so angenehm. Die Stunden im Zug kann ich nutzen, um Arbeit am Laptop zu erledigen, um ein Buch oder Zeitschriften zu lesen oder Schlaf von der letzten Nacht nachzuholen. Wenn ich Auto fahre, kann ich keines dieser Dinge tun, vor allem natürlich wenn ich selbst fahre – logisch –, aber auch als Beifahrer kann ich persönlich nicht viel machen. Beim Lesen im Auto wird mir schlecht, zum Tippen am Laptop fehlt einfach auf Dauer ein Tisch und schlafen … naja, also ich kann es nicht.

Und auch im Vergleich zum Flugzeug schneidet die Bahn hier, meiner Meinung nach, besser ab. Klar kann ich im Flieger auch etwas tun, die Zeit dort ist aber um einiges kürzer und dazu kommt dann vorher noch die Anreise zum Flughafen, Check-In, das Warten am Gate etc. Alles verlorene Zeit, die ich nicht produktiv nutzen kann.

wartende Menschen am Zug

4. Sparfaktor

Irgendwie hat Bahnfahren den Ruf, extrem teuer zu sein. Aber, I did the math. Und viele klügere Köpfe als ich haben das auch getan. Wenn man Auto fährt bekommt man die Kosten nicht so unmittelbar zu spüren, außer wenn man unterwegs tanken muss. Daher kommt wahrscheinlich das erste Gefühl, dass man günstiger unterwegs wäre. Rechnet man alle Faktoren mit ein – also Spritpreise, Versicherung, Wertverlust, Werkstattbesuche und Inspektionen etc. – dann kommt man je nach Modell und Fahrleistung auf Kosten zwischen 30 Cent und 3 Euro pro gefahrenem Kilometer. Geht man selbst vom günstigsten Preis aus, also den 30 Cent, kostet die Strecke Hamburg-München 238 Euro. Die Fahrt mit dem ICE kostet in der 2. Klasse nur 147 Euro, mit der BahnCard 50 sind es sogar nur noch 76 Euro.

5. In der Stadt ohne Parkplatzsuche

Ein unschlagbarer Vorteil von Bahnhöfen ist meiner Meinung nach, dass sie in der Regel direkt in der Stadt sind, meistens sehr zentrumsnah. Flughäfen sind immer außerhalb, was bedeutet, dass man sich um einen Transport von und zum Flughafen bemühen muss, was weiteres Geld und Zeit kostet.

Mit dem Auto komme ich zwar auch direkt in die Stadt, muss aber erstmal irgendwo einen Parkplatz finden, der wahrscheinlich auch wieder total überteuert ist.

Bahnhof von innen

6. Geduld und Gleichmut

Ein persönliches Learning noch am Schluss: Die Bahn hat mich Gleichmut und Gelassenheit gelehrt. Alle regen sich immer darüber auf, dass die Züge unpünktlich sind, Zielbahnhöfe nicht angefahren werden oder man einfach mal stundenlang mitten in der Pampa stehen bleibt. Ich hab das auch gemacht, bin nervös geworden und war am Ende schrottgenervt, wenn ich endlich an meinem Ziel angekommen bin. Inzwischen kann ich solche Zwischenfälle einfach hinnehmen. Denn es ist doch so: In diesem Moment, kann ich selbst rein gar nichts an der Situation ändern. Und dass ich mich aufrege, verbessert auch nichts. Im Gegenteil: es verschlechtert die Situation nur zusätzlich für mich persönlich. Wenn sich also jetzt die Weiterfahrt aufgrund eines technischen Problems verzögert, lehne ich mich zurück und lese eben noch ein paar Kapitel mehr in meinem Buch. Da komme ich ja immerhin auch nicht ständig zu.


Fahrt ihr schon oft mit der Bahn? Wenn ja, wieso und wenn nein, wieso nicht?


Quellen:

https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/mobilitaet/bus-bahn-fahren

https://www.allianz-pro-schiene.de/themen/aktuell/sicherheit-zug-ist-sicherstes-verkehrsmittel/

https://www.handelsblatt.com/technik/das-technologie-update/frage-der-woche/auto-flugzeug-bahn-welches-verkehrsmittel-ist-das-sicherste/8479152.html

http://www.dieeinsparinfos.de/guenstige-mobilitaet/auto/soviel-kostet-autofahren/

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Wien – verliebt in eine Stadt

Wien, die Weltstadt

vielove.at hat zur Blogparade über das wunderschöne Wien aufgerufen. Und da mein Herz seit meinem Aufenthalt dort für diese Stadt schlägt, muss ich mich natürlich beteiligen.

Ich durfte Wien kennen lernen, als ich ein Auslandssemester an der Uni dort verbrachte. Und seitdem ist es ein Wunsch von mir, irgendwann wieder mal dort zu leben.

 

Wien, die Weltstadt

Als Kind vom Dorf war ich die ersten paar Tage/Wochen komplett überfordert mit der Größe der Stadt, der Menge an Menschen und all den Eindrücken, die auf mich einprasselten. Am Anfang habe ich natürlich das klassische Touristenprogramm einmal abgearbeitet, um alles „wichtige“ gesehen zu haben. Architekturfans kommen hier auf jeden Fall voll auf ihre Kosten und auch als Geschichtsliebhaber bietet Wien allerhand. Vom Stephansdom über die Hofburg bis hin zum Prater, quasi hinter jeder Ecke stößt man schon wieder auf irgendeine Sehenswürdigkeit.

Mein persönliches Highlight waren die vielfältigen Theater der Stadt und natürlich die Universität. Da meine Heimatuni ein sehr neues und hochmodernes Gebäude ist, war es eine so faszinierende Abwechslung, ein Semester in diesen alten, ehrwürdigen Hallen zu lernen. Ich weiß nicht, wie es anderen da geht, aber ich für meinen Teil hab mich direkt schon intelligenter gefühlt, wenn ich nur durch den Innenhof der Hauptuni spaziert bin.

Wien, die Weltstadt
Hautpgebäuder Universität Wien

 

Wien, die Weltstadt
Stephansdom

Kulinarische Köstlichkeiten

Natürlich hat Wien auch kulinarisch einiges zu bieten. Vom klassischen Wiener Schnitzel, über die Leberkässemmel bis hin zur Sachertorte, habe ich alles probiert. (Damals habe ich noch Fleisch gegessen, heute fällt das meiste davon dann leider flach.) Und in Wien wurde ich zur Kaffee-Trinkerin. Tatsächlich habe ich 22 Jahre meines Lebens keinen Schluck Kaffee getrunken, doch während meiner Zeit in der österreichischen Hauptstadt habe ich ihn lieben gelernt. Ob das daran lag, dass man dort grundsätzlich besseren Kaffee serviert, oder daran, dass manche Dinge in einer neuen Umgebung auf einmal besser sind – keine Ahnung, aber ich trinke immer noch sehr gerne Kaffee, auch in Deutschland oder Luxemburg.

Wien, die Weltstadt
Sachertorte und Milchkaffee

Kitsch, Kitsch, Kitsch und Kitsch

Da ich das Wintersemester in Wien verbracht habe, hatte ich die tolle Chance, die wunderschönen Weihnachtsmärkte in der ganzen Stadt zu besuchen. Für so eine Weihnachtsromantikerin wie mich gibt es quasi nichts besseres. Nicht nur, dass man sich auch hier mit allen möglichen Leckereien vollstopfen kann, sondern die Atmosphäre in der gesamten Stadt ist einfach schrecklich kitschig. Da muss man natürlich drauf stehen – ich tu’s. Einige der Märkte sind touristischer – wie zum Beispiel der am Rathausplatz –, aber wenn man ein bisschen sucht (oder Einheimische fragt, wie ich es getan habe), dann findet man auch total süße, kleine Märkte, die nicht so überlaufen sind und wo man tatsächlich hauptsächlich auf Wiener trifft.

Wien, die Weltstadt
Weihnachtsmarkt am Rathausplatz

 

Verliebt in Wien

Bevor ich nach Wien aufgebrochen bin, hat mich jeder davor gewarnt, dass die Österreicher – und die Wiener im Besonderen – so unfreundliche Menschen seien und man sich da drauf einstellen muss. Vor allem als Deutscher sei man nicht besonders gut gelitten. Ich muss sagen, dass ich diesen Eindruck überhaupt nicht bestätigen kann und habe eigentlich nur positive Erfahrungen gemacht.

Auch deswegen kann ich es kaum erwarten, wenn ich endlich wieder die Chance haben werde, diese wunderschöne, weltoffene und abwechslungsreiche Stadt besuchen zu können.

Wien, die Weltstadt
Burgtheater

Wien, die Weltstadt
Stephansdom

 

Wien, die Weltstadt
Hofburg
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Warum ein Auslandssemester dein Studium bereichert

Warum ein Auslandssemester

Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade auf dem Blog The Road Most Travelled von Michelle. Da ich sowieso geplant hatte, einen Beitrag über mein Auslandssemester zu schreiben, reihe ich mich hiermit einfach ein. Wer auch gerne mitmachen möchte, findet alles Infos auf Michelles Blog

Unzählige Studenten stehen ja immer wieder vor der Frage: Auslandssemester – ja oder nein? Und wenn ja wie? Es gibt heute zig Möglichkeiten seinen Aufenthalt im Ausland zu gestalten. Mir hat sich diese Frage nach dem Ob gar nicht erst gestellt, denn an meiner Uni war es verpflichtend, mindestens ein Semester im Ausland verbracht zu haben, um den Bachelor-Abschluss erhalten zu können. Die Frage nach dem Wie war auch ziemlich schnell geklärt. Wenn ich innerhalb der EU bleiben möchte, gibt es Abkommen zwischen den Unis über das Erasmus+-Programm, welches eben auch von der EU finanziell gefördert wird. Wer die EU oder sogar Europa ganz verlassen will, kann sich auf ein Global Exchange-Programm bewerben.

Wohin zum Auslandssemester?

Die Frage die dann eben unausweichlich blieb, war die nach dem Wo. Meine Uni hat sehr viele Abkommen mit anderen Universitäten in ganz Europa, also schaute ich mir zuerst mal diese Liste an. Für mich stand fest, dass ich die Landessprache dort beherrschen möchte, daher blieb eigentlich nur noch Frankreich, England oder ein deutschsprachiges Land. Da ich Germanistik studiert habe, fiel meine Wahl dann tatsächlich sehr schnell auf die österreichische Hauptstadt Wien.

Da ich bisher nur positives über die Stadt gehört hatte und sie auch gerne einmal sehen wollte, war diese Wahl perfekt. Dazu kommt, dass die Universität Wien das größte Gegenteil zu meiner Heimatuni Luxemburg ist, das es nur geben kann. Und damit kommen wir auch schon zu den Vorteilen, die dir ein Aufenthalt an einer ausländischen Uni bringen kann.

Warum ein Auslandssemester
Von der alten Architektur der Uni Wien war ich nachhaltig begeistert.

Gründe für ein Auslandssemester

  • Den persönlichen Horizont erweitern. Ein neues Land, eine neue Stadt, eine neue Uni, natürlich auch viele neue Menschen, die du kennenlernst. Manchmal können all diese Eindrücke einen erschlagen, aber ich zumindest habe mich nach einer Eingewöhnungsphase sehr wohl gefühlt in der Stadt meiner Wahl. Wer in den Seminaren nicht schnell Anschluss findet, kann sich über Erasmus+-Netzwerke mit anderen Austauschstudierenden in Verbindung setzen, die auch gerade in der Stadt sind. So bleibt man eigentlich nur alleine, wenn man alleine sein möchte.
  • Neue Arten des Lehrens und Lernens entdecken. Für mich persönlich war die Uni Wien erstmal ein riesiger Kulturschock. Meine Heimatuni ist gerade mal 15 Jahre alt, hat derzeit etwas mehr als 6000 Studierende (in allen Bachelor-, Master- und PhD-Programmen zusammen) und rund 240 Dozenten und Dozentinnen. Damit ist ein Dozent im Schnitt für etwa 25 Studenten zuständig, was natürlich einen sehr persönlichen Austausch begünstigt. Alle meine Dozenten kannten meinen Namen und so war ich erstmal etwas überfordert als ich an die mehr als 650 Jahre alte Uni Wien kam. Hier werden rund 92.000 Menschen von etwa 1000 Lehrenden unterrichtet. Die schieren Menschenmassen haben mich zunächst etwas überfordert und auch der Umstand, dass ich jetzt einfach nur noch eine Nummer war, hat mich ein bisschen hilflos gemacht. Aber im Nachhinein war es sehr erfrischend, mal aus diesem Mikrokosmos, in dem ich vorher war, herauszukommen und etwas Neues zu sehen.

    Warum ein Auslandssemester
    Wenn man hier entlanggeht, fühlt man sich schon gleich intelligenter.
  • Herausforderung an dich selbst. Du musst aus der eigenen Komfortzone herauskommen, wenn du ein erfolgreiches Semester im Ausland absolvieren willst. Aber im Grunde genommen, ist es ja nichts anderes, als auch schon im ersten Semester. Da kam man ja auch ganz neu an eine Uni, womöglich auch neu in die Stadt und musste ich erst zurechtfinden. Genau das passiert auch jetzt wieder, nur, dass du jetzt ja schon ungefähr weißt, wie es geht.
  • Eine neue Kultur kennenlernen. Natürlich spielt sich nicht das ganze Leben an der Uni ab und es gibt so viel zu entdecken, wenn man in ein anderes Land kommt. Ich war ja „nur“ in Österreich, aber auch hier war es schon beeindrucken, wie anders die Kultur dann doch im Vergleich zu Deutschland ist. Traut man sich noch weiter weg, ist dieser Unterschied natürlich noch größer.
  • Reisen mit finanzieller Unterstützung. Innerhalb der EU steht euch ein monatliches Stipendium von Erasmus+ zu, das je nach Stadt unterschiedlich hoch ausfällt. Es wird nicht reichen, um komplett davon leben zu können, aber es ist ein Anfang. Und wann wird man schonmal für’s Reisen bezahlt?

Wie gesagt, wurde mir die Entscheidung, ob ich überhaupt ein Auslandssemester machen will, abgenommen. Von allein hätte ich mich wahrscheinlich nicht getraut, aber im Nachhinein war es eine der besten Erfahrungen, die ich während meines Studiums gemacht habe und die ich nicht mehr missen möchte.

Deswegen appelliere ich an jeden, der die Möglichkeit hat, diese Erfahrung zu machen – macht sie!

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Mein Interrail-Abenteuer: Vier Wochen alleine mit dem Rucksack durch Europa

Interrail Ticket

Schon lange hatte mich die Idee fasziniert, dass man mit dem Interrail-Ticket die Möglichkeit hat, in einem bestimmten Zeitraum alle europäischen Länder mit dem Zug zu bereisen. Und so ist die Idee natürlich lange in meinem Kopf herumgegeistert.

Im Februar oder März 2017, ein paar Monate also bevor ich meine Bachelor-Arbeit abgeben musste und mein Erststudium beendet wäre, habe ich schließlich den Entschluss gefasst: Diesen Sommer ist der perfekte Zeitpunkt, um so ein Projekt anzugehen. Letztendlich habe ich das wirklich innerhalb von ein paar Tagen entschieden und ziemlich schnell mit der Planung begonnen.

 

Interrail-Vorbereitungen: Finanzen, Rucksack und Ticket

Zunächst galt es, für die erste Hälfte des Sommers einen Ferienjob zu finden, damit ich mir die vier Wochen Reisen dann auch finanzieren konnte. Meine typische Anlaufstelle hatte leider nichts frei und nach ewigem Suchen – ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben – ergab sich kurzfristig doch noch eine Möglichkeit. Fünf Wochen arbeitete ich als Aushilfe an einer Autobahnraststätte, verbrachte viele Tage bei 30 Grad neben einer dampfenden Industriespülmaschine und durfte die Essensreste asiatischer Reisebus-Gruppen einsammeln. Aber ich wusste wofür das alles und hielt mir immer vor Augen, dass meine Zeit dort begrenzt war.

 

An meinen freien Tagen beschäftigte ich mich dann mit den technischen Spitzfindigkeiten von Rucksäcken. Zunächst fiel ich erstmal aus alles Wolken, als mir klar wurde, wie viel so ein guter Rucksack eigentlich kostet. Wow! Natürlich gibt es da auch Unterschiede je nach Hersteller und Größe. Aber welche Größe brauchte ich denn überhaupt? Also verbrachte ich zusätzlich noch ziemlich viel Zeit damit, Erfahrungsberichte von Backpackern zu lesen, wie viel Kleidung man so braucht, was man generell alles dabei haben sollte und wie groß der Rucksack entsprechend sein sollte.

 

Ich entschied mich am Ende für dieses schöne Modell:

Quechua Forclaz
Der optimale Rucksack für vier Wochen im August.

 

Mädchen mit Rucksack
Auch das Verhältnis Körpergröße-Rucksack war in Ordnung.

Das ist der Quechua Forclaz Travel 500 mit 50 Litern. Und ich muss sagen: Im Preis-Leistungsverhältnis war der unschlagbar. Ein gutes Stück günstiger als ähnliche Modelle anderer Hersteller und qualitativ hatte ich nichts auszusetzen. Auch die 50 Liter waren die richtige Entscheidung. Zwar musste ich manchmal ein bisschen Tetris spielen, aber bei einem größeren Volumen hätte ich viel zu viel unnötiges Zeug mitgeschleppt. So habe ich mich wirklich auf das nötigste beschränkt. Allerdings war ich auch im August unterwegs und es war wirklich sehr heiß, d.h. der Bedarf an warmer, dicker Kleidung hielt sich in Grenzen.

 

Nächster Schritt war natürlich das Ticket: Interrail bietet da ganz verschiedene Möglichkeiten mit unterschiedlichen Zeiträumen, Ein-Länder-Pässe, ganz Europa usw. Da kann wirklich jeder ganz individuell sein. Ich hatte mich schnell festgelegt auf einen Global Pass (also gültig für ganz Europa), der mir 15 Reisetage innerhalb von 30 Tagen ermöglichte. Da ich ja auch was von den Orten sehen wollte, bin ich davon ausgegangen höchsten jeden zweiten Tag weiterzufahren und von daher war das die beste Möglichkeit.

 

 

Routenplanung

Beim Lesen von Erfahrungsberichten hatte ich schnell rausgefunden, dass es zwei Arten von Menschen gibt. Erstens die, die alles bis aufs letzte Detail planen, wann sie wo sein werden, die Züge raussuchen und die Unterkünfte bereits für die ganze Reise gebucht haben. Zweitens die, die einfach losfahren und dann gucken was passiert.

Grundsätzlich gehöre ich eher zu der ersten Sorte Menschen, allerdings wollte ich mir ein bisschen Flexibilität erhalten. Also habe ich mir zu Hause bereits überlegt, welche Länder/Städte ich sehen will und so eine grobe Route festgelegt. Die ersten paar Tage habe ich dann von zu Hause aus noch organisiert und dann habe ich unterwegs sukzessive weitergeplant. So kam ich immer vorbereitet in einer Stadt an, wusste also schon, wo ich schlafen werde, was ich mir anschauen will etc.  und für mich persönlich war das die beste Lösung.

 

Und wie sah diese Route jetzt im Detail aus?

Über die Schweiz und dann durch Italien …

Von zu Hause ging es erstmal in die Schweiz nach St. Gallen, wo ich eine Freundin besucht habe. Von dort fuhr ich weiter über Mailand, wo ich nur eine Nacht verbracht habe, nach Rom. Das war mein erster längerer Aufenthalt und ich habe mich wirklich in diese Stadt verliebt und will auch gerne wieder hin. Von Rom ging es dann weiter nach Neapel. Hier habe ich hauptsächlich wegen eines Tagesausflugs nach Pompeji Halt gemacht, von der Stadt selbst habe ich nicht sooo viel gesehen.

… von Italien nach Griechenland …

Und das war’s dann auch schon mit Italien, denn von Neapel bin ich nach Bari gefahren, von wo ich mit der Fähre übergesetzt bin nach Patras in Griechenland. Das nächste Ziel von hier aus war – na, klar – Athen. Genauso wie Rom, fand ich diese Stadt unglaublich faszinierend und verbrachte hier deswegen mehrere Tage. Leider ist das Bahnnetz in Griechenland ganz schlecht ausgebaut, sodass es kaum möglich war noch mehr vom Land zu sehen.

… und dann durch Osteuropa wieder nach Hause.

Also ging es weiter auf eine Tour durch die osteuropäischen Hauptstädte. Den Anfang machte Sofia in Bulgarien, dann folgte Bukarest in Rumänien. Da meine Großmutter ihre Wurzeln in Siebenbürgen hat, war es für mich klar, dass ich auch hier einen Stopp einlegen musste, wenn ich schon mal in Rumänien war. Also verbrachte ich noch zwei Tage in Sibiu, bevor es weiterging nach Budapest, der Hauptstadt Ungarns. Generell war ich sehr positiv überrascht von Osteuropa. Ich war vorher noch nie wirklich dort gewesen und war total geplättet von der schönen Architektur der Städte, von dem vielen Grün, das es überall gibt, und vor allem von der unglaublichen Freundlichkeit der Menschen hier.

Den letzten Zug nahm ich dann nach München, wo mein Freund bereits auf mich wartete und wir verbrachten hier  noch zwei enspannte Tage.

Interrailkarte, Ziele, Routen
Auf der von Interrail mitgeschickten Karte, habe ich alle meine Ziele und Routen markiert.

Hotel, Hostel, Airbnb?

Als introvertierter Mensch konnte ich mir wenig Schlimmeres vorstellen, als mehrere Nächte in einem Zimmer mit 6 Personen zu verbringen. Dennoch habe ich es getan. Wenn ich länger als zwei Tage an einem Ort war, habe ich immer versucht etwas zu finden, wo ich wenigstens ein Zimmer für mich allein hatte. In Rom war das ein Bed & Breakfast, in Athen eine komplette Airbnb-Wohnung. Meistens bin ich dann aber – einfach aus finanziellen Gründen – in einem Hostel mit Mehrbettzimmer gelandet. Beim Buchen habe ich allerdings immer auf die Bewertungen geachtet und darauf, dass es kein Party-Hostel ist, in dem nie Ruhe einkehrt. Tatsächlich war es dann am Ende auch halb so wild. Ich bin morgens nach dem Frühstück sofort los, die Stadt erkunden, und erst abends irgendwann zurück gekommen. Meistens dann todmüde, sodass ich auch gut geschlafen habe.

 

Alleine reisen

Ich selbst habe mir vorher überhaupt nicht so viele Gedanken darum gemacht, dass ich ja eine Frau bin und ganz alleine unterwegs bin und was da nicht alles passieren könnte. Aus meinem Umfeld habe ich aber schon ein paar Sorgen gehört. Letztendlich habe ich festgestellt: die große Mehrheit der Menschen, ist nett und will dir nichts Böses. Ich hatte wirklich ein paar schöne Begegnungen und viele Leute sind total hilfsbereit, wenn sie merken, dass man allein unterwegs ist.

 

Generell haben diese vier Wochen alleine einiges für mein Selbstbewusstsein getan. Ich habe mir in dieser Zeit bewiesen, dass ich das kann: auf mich selbst gestellt in einer fremden Umgebung zurechtkommen. ABER: ein zweites Mal würde ich nicht alleine verreisen. Zu oft habe ich einen wirklich schönen Moment gehabt, den ich natürlich auch alleine total genossen hab, dann aber eben doch mit jemandem teilen wollte.

Fazit also: Als Selbstfindungsreise eine tolle Erfahrung, die ich auf keinen Fall missen möchte, in Zukunft will ich aber doch lieber meine Reiseerlebnisse teilen.

 


Zum Schluss gibt’s natürlich noch ein paar Bilder von meiner Reise:

(Die Bilder anklicken, um sie größer zu sehen.)

 


Was sind eure Interrail-Erfahrungen, falls ihr schon welche gemacht habt? Und wenn nicht, würde es euch reizen mal so zu reisen?

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Sieben Gründe, warum Campingurlaub der beste Urlaub ist

Wer die zehn Fakten über mich gelesen hat, weiß, dass ich schon seit Jahren hauptsächlich Campingurlaub mache und es liebe. Nachdem es mir mit meinen Eltern als Kind schon so viel Spaß gemacht hat, habe ich seit fast vier Jahren das Glück einen tollen Freund zu haben, der Camping genauso liebt wie ich. Viele können nicht nachvollziehen, was daran so toll sein soll und deswegen kommen hier jetzt sieben gute Gründe, warum Campingurlaub der beste Urlaub ist:

 

  1. Money, Money, Money

Campen ist um einiges billiger als ein Hotelurlaub. Erst dieses Jahr an Ostern wollten wir uns mal was „gönnen“ und waren für fünf Tage in einer Hotelanlage auf Gran Canaria. All-Inclusive. Verhältnismäßig kamen wir zwar dank sehr früher Buchung ziemlich günstig weg bei der Sache, während wir dann aber so von sonnenverbrannten Engländern umgeben am Pool lagen, wurde uns auf einmal klar, dass wir für das gleiche Geld fast sechs Mal so lange mit dem Zelt auf einem hübschen Campingplatz hätten stehen können. Klar, im Prinzip wussten wir das vorher schon. Da uns in dem Moment aber auch nochmal schmerzlich bewusst wurde, dass wir einfach nicht für AI-Reisen gemacht sind, hat es sich schon ein bisschen wie „zum Fenster rausgeworfen“ angefühlt.

Campen ist definitiv etwas für den kleinen Geldbeutel. Als Student kann ich das nur immer wieder begrüßen, aber auch wenn ich einmal arbeite und Geld verdiene, will ich ja nicht alles, was über’s Jahr so übrig bleibt dann für einen Urlaub ausgeben.

 

  1. Selbstversorger

 

Fakt ist, dass in Großküchen – seien es Restaurants oder Hotels – der Geschmack des Essens wichtiger ist als seine Nährwerte. Das bedeutet, dass ich mich ziemlich im Kalorienüberschuss ernähren kann, sogar wenn ich am Buffet nur auf Gemüse und Fleisch zurückgreife. Einfach, weil alles viel fettiger ist, als wir es zu Hause machen würden. Ich bin beim besten Willen niemand, der sich nur „clean“ ernährt. Ich liebe Schokolade, Burger und Pasta. Und gerade im Urlaub sollte man da auch nicht so streng sein. Aber grundsätzlich versuche ich, mich ausgewogen zu ernähren und wenn ich mehrere Tage am Stück nur Mist esse, fühle ich mich irgendwann auch wie Mist. Abgesehen davon, dass zwei oder vielleicht sogar drei Wochen Hotelessen irgendwann auf die Hüften gehen. Und da geht es bei mir wortwörtlich als erstes hin. Nicht nur, weil das Angebot ungesünder ist, sondern auch weil es so groß ist. Wer hat denn bitte die Selbstdisziplin, sich am Buffet nur einmal nachzunehmen? Also ich nicht.

Als Camper versorgst du dich selbst, kaufst ein und kochst, auf was du Lust hast und weißt am Ende des Tages auch genau, was du gegessen hast. Mir persönlich hilft das sehr, einen Urlaub besser genießen zu können, weil ich zum einen grundsätzlich weniger esse und zum anderen eher Dinge, von denen ich weiß, dass ich mich danach gut fühle und nicht elend und überfressen.

 

  1. Frühstück im Schlafanzug

Was mich mit Abstand am meisten an Hotels nervt ist, dass ich mich bereits vor dem Frühstück anziehen und mir die Haare kämmen muss. Kein Problem beim Camping: Dein Stellplatz ist dein Wohnzimmer und da kannst du rumlaufen, wie du willst. Was gibt es schöneres als aufzustehen, sich an die frische Luft zu setzen und ganz gemütlich ein frisches Croissant zu verspeisen. Da kann ich mir tatsächlich wenig vorstellen.

 

  1. In der Natur

Und da schließt auch gleich der nächste Punkt an. Als Camper bist du fast immer direkt mitten in der Natur. Viele Campingplätze liegen direkt am Wasser mit einem eigenen Strand oder in hübschen Waldstücken. Je nachdem in welchem Land man unterwegs ist, kann man auch einfach mitten im Nirgendwo wildcampen (meistens ist das allerdings nur mit dem Zelt erlaubt und nicht mit dem Wohnmobil). Mit Vogelgezwitscher und den ersten Sonnenstrahlen aufwachen, vor dem Schlafengehen unter‘m Sternenhimmel sitzen und kleine oder größere Tiere beobachten können. Naturliebhabern bleibt eigentlich kaum eine andere Möglichkeit, als zu campen.

 

  1. Vielseitig

Ich selbst habe schon verschiedene Arten von Camping gemacht. Mit meinen Eltern war ich im Wohnwagen unterwegs und ich weiß noch, wie fasziniert ich als Kind davon war, dass wir mit unserem Auto einfach eine Wohnung hinter uns herziehen konnten. Mit meinem Freund habe ich dann den ersten Zelt-Urlaub am Gardasee in Italien verbracht und zwei Mal waren wir jetzt mit einem Hymer-Reisemobil unterwegs (quasi ein kleines Wohnmobil, das man aber mit dem normalen Pkw-Führerschein fahren darf. Große Wohnmobile erfordern meistens einen anderen Führerschein.) Jede Art zu Campen hat ihre Vorzüge, wie ich finde. Und es ist auch für jeden etwas dabei: Vom Zwei-Personen-Zelt und kleinem Gaskocher bis zum luxuriösen Wohnmobil mit Nasszelle. Wer das entsprechende Kleingeld besitzt muss auch hier auf nichts verzichten. Zelt, Wohnwagen, Reisemobil? Campingküche, Grill, Gaskocher? Liegestühle, große Sitzgarnitur, Klappstühle? Die Varianten sind grenzenlos und so kann hier jeder glücklich werden.

 

  1. Flexibilität

Hat man erst einmal eine Reise gebucht, ist es oft schwer, diese wieder zu stornieren, wenn kein ernsthafter Grund vorliegt. Und selbst wenn es gelingt, ist man das Meiste seines Geldes dennoch los. Die Freiheit, die wir beim Camping haben, besteht darin, dass wir uns eine grobe Richtung überlegen und einfach losfahren. Wo es uns gefällt, bleiben wir stehen. Ist es sehr schön, bleiben wir länger, haben wir irgendwann alles gesehen und Lust auf etwas Neues oder wenn das Wetter nicht mehr mitspielt, fahren wir weiter. Natürlich muss man auch hier ein paar Dinge beachten. In der Hochsaison in Touristengebieten sind auch die meisten Campingplätze ausgebucht. In der Regel sind das aber große Plätze mit Animation für Kinder usw. Wenn möglich sollte man sowieso immer die Hochsaison vermeiden. Wenn es aber nicht anders geht – wie bei uns die letzten Jahre leider auch der Fall – dann kann man abseits der Touristengebiete kleine, abgelegene Plätzen finden. An Campingplätzen kann man manchmal wirklich wahre Schätze entdecken, wenn man einfach noch ein paar Kilometer weiterfährt. Und grundsätzlich ist ja sowieso der Weg das Ziel.

 

  1. Kontaktfreudige Gemeinschaft

Unter Campern kommt man immer schnell ins Gespräch. Da wird gefachsimpelt, beratschlagt und heftig diskutiert. Denn Campen heißt natürlich auch oft: Selbermachen. Und so bespricht man die neuesten Trends und Techniken, vom Gasgrill bis zur Toilettenchemie. Vor allem bei einzelnen Gruppen ist man oft schneller mitten drin als man gucken kann, z.B. bei Besitzern von Eriba-Wohnwagen oder VW-Bussen. Das ist fast wie mit Motorradgangs: auf der Straße grüßt man sich im Vorbeifahren.

Aber auch mögliche Reiseziele werden ausgetauscht, Routen besprochen oder Geheimtipps gegeben. Man hilft sich gegenseitig aus, wenn der Nachbar in seinem kleinen Zelt beim Unwetter unter Wasser steht, man hilft bei Auf- und Abbau, man leiht sich Kaffee aus.

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