Bodylove – ist das die Lösung?

Bodylove und Spreckröllchen

Bodylove, Bodypositivity, Selbstliebe … alles Vokabeln, die in den sozialen Medien gerade in aller Munde zu sein scheinen. Zumindest in meiner Bubble ist das so, aber ich denke bei vielen von euch auch. Die Hauptbotschaft: Jede/r sollte seinen Körper so lieben wie er ist, egal ob dick oder dünn, muskulös oder schwammig, groß oder klein, mit oder ohne Pickel, mit krummer Nase, Dehnungsstreifen und Cellulite … Jeder Körper ist schön und liebenswert.

Und ich finde das toll. Die Mode- und Fitnessindustrie hat in den letzten Jahren ein Körperbild promoted, das einfach nicht der Norm entspricht und die Unsicherheiten von vielen Menschen in Bezug auf ihren Körper verstärkt.

Das ist ein Problem. Und das Konzept Bodylove bietet ein Gegenmodell.

Auch mir ging es lange so, dass ich mich darüber definieren wollte, wie mein Körper aussieht, wie viel Sport ich mache, was ich esse usw. Irgendwann im letzten halben Jahr aber, hat es klick gemacht und ich habe gemerkt, dass mich dieses ganze Streben nach dem „perfekten“ Körper nicht glücklich macht. Was ist denn überhaupt perfekt? Wer definiert das? Sondern im Gegenteil. Wenn du einen vollen Teller mit leckerem Essen vor dir hast und in Gedanken erstmal die einzelnen Bestandteile auf ihre Nährwerte überprüfst, geht dir ein Haufen Lebensqualität verloren.

Durch meine Insta-Bubble darauf aufmerksam geworden, habe ich also angefangen mich mit bodylove und dem dahinter stehenden Gedanken zu beschäftigen. Das Konzept klingt logisch:

Hasse deinen Körper nicht für das, was er nicht kann oder ist, sondern liebe ihn für das, was er kann und ist.

Ziemlich schnell kam mir dann aber die Frage: Muss ich mich und meinen Körper denn immer lieben? Kann ich nicht auch mal einen schlechten Tag haben? Kann ich mich nicht auch an einem Abend mit Spaghetti überfressen und mich am nächsten Morgen deswegen ganz furchtbar fühlen?

Ich finde schon.

Collage mit Essen
Liebe ich Essen? Und wie. Verbiete ich mir ungesunde Dinge? Nicht mehr.

Ich glaube inzwischen, was wichtiger ist als bedingungslose Liebe, ist vor allem Akzeptanz. Denn ich kann inzwischen akzeptieren, dass ich kurze Beine und kein Sixpack habe (und auch nie eins haben werde, weil mir dazu die Disziplin fehlt). Ich akzeptiere meine Bauchröllchen im Sitzen und meine Cellulite. Ich mache immer noch leidenschaftlich gerne Krafttraining, aber nicht, weil ich meinen Körper optimieren will, sondern weil ich weiß, dass es meinem Körper und vor allem meiner Psyche gut tut (und ich werde schrecklich unleidlich, wenn ich das nicht regelmäßig ausüben kann). Aber ich esse auch leidenschaftlich gerne und möchte mir diese Lebensqualität nicht nehmen lassen.

Und auch wenn ich inzwischen ein überwiegend positives – und ja, manchmal liebendes – Verhältnis zu meinem Körper gefunden habe, gibt es diese schlechten Tage und ich finde, die darf es auch geben.

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5 Kommentare zu „Bodylove – ist das die Lösung?“

  1. Ich mag meinen Körper, wie er momentan ist, dafür musste ich aber ganz schön schwitzen und auf einiges an Süßem verzichten! Hat mir gut getan und ich will so bleiben! Aber ein bisschen Sünde ab und zu darf auch mal sein! Sonst kommt der Heißhunger darauf nur noch gewaltiger!

    Liebe Grüße
    Jana

    1. Ja, Balance ist wichtig. Ich habe auch festgestellt, dass es für mich viel besser funktioniert, mir ab und zu etwas zu gönnen und dann bewusst. Wenn ich mir alles verbiete wird das Verlangen nur umso größer.

  2. Ja, bei mir war das ein langer Weg. Bis ich mir erstmal eingestanden hatte, dass ich ihn gar nicht liebte. Und es ist tatsächlich nichts was man einmal beschließt und dann ist es so – es mag täglich umgesetzt werden. Und manchmal braucht es etwas oder jemanden, der einen daran erinnert. Manchmal ist es ein zwicken, mal ein zwacken oder ein schöner Blog-Artikel. Dankeschön!

  3. Akzeptanz finde ich auch wichtiger als Selbstliebe. Man muss nicht immer mit sich zufrieden sein und man darf durchaus schlechte Tage haben, wie kann man sonst die guten schätzen?
    Jede*r sollte so leben, wie sie/er es am besten für sich findet und daher sollte jeder seinen eigenen Weg finden 🙂

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