Sieben Gründe, warum Campingurlaub der beste Urlaub ist

Wer die zehn Fakten über mich gelesen hat, weiß, dass ich schon seit Jahren hauptsächlich Campingurlaub mache und es liebe. Nachdem es mir mit meinen Eltern als Kind schon so viel Spaß gemacht hat, habe ich seit fast vier Jahren das Glück einen tollen Freund zu haben, der Camping genauso liebt wie ich. Viele können nicht nachvollziehen, was daran so toll sein soll und deswegen kommen hier jetzt sieben gute Gründe, warum Campingurlaub der beste Urlaub ist:

 

  1. Money, Money, Money

Campen ist um einiges billiger als ein Hotelurlaub. Erst dieses Jahr an Ostern wollten wir uns mal was „gönnen“ und waren für fünf Tage in einer Hotelanlage auf Gran Canaria. All-Inclusive. Verhältnismäßig kamen wir zwar dank sehr früher Buchung ziemlich günstig weg bei der Sache, während wir dann aber so von sonnenverbrannten Engländern umgeben am Pool lagen, wurde uns auf einmal klar, dass wir für das gleiche Geld fast sechs Mal so lange mit dem Zelt auf einem hübschen Campingplatz hätten stehen können. Klar, im Prinzip wussten wir das vorher schon. Da uns in dem Moment aber auch nochmal schmerzlich bewusst wurde, dass wir einfach nicht für AI-Reisen gemacht sind, hat es sich schon ein bisschen wie „zum Fenster rausgeworfen“ angefühlt.

Campen ist definitiv etwas für den kleinen Geldbeutel. Als Student kann ich das nur immer wieder begrüßen, aber auch wenn ich einmal arbeite und Geld verdiene, will ich ja nicht alles, was über’s Jahr so übrig bleibt dann für einen Urlaub ausgeben.

 

  1. Selbstversorger

 

Fakt ist, dass in Großküchen – seien es Restaurants oder Hotels – der Geschmack des Essens wichtiger ist als seine Nährwerte. Das bedeutet, dass ich mich ziemlich im Kalorienüberschuss ernähren kann, sogar wenn ich am Buffet nur auf Gemüse und Fleisch zurückgreife. Einfach, weil alles viel fettiger ist, als wir es zu Hause machen würden. Ich bin beim besten Willen niemand, der sich nur „clean“ ernährt. Ich liebe Schokolade, Burger und Pasta. Und gerade im Urlaub sollte man da auch nicht so streng sein. Aber grundsätzlich versuche ich, mich ausgewogen zu ernähren und wenn ich mehrere Tage am Stück nur Mist esse, fühle ich mich irgendwann auch wie Mist. Abgesehen davon, dass zwei oder vielleicht sogar drei Wochen Hotelessen irgendwann auf die Hüften gehen. Und da geht es bei mir wortwörtlich als erstes hin. Nicht nur, weil das Angebot ungesünder ist, sondern auch weil es so groß ist. Wer hat denn bitte die Selbstdisziplin, sich am Buffet nur einmal nachzunehmen? Also ich nicht.

Als Camper versorgst du dich selbst, kaufst ein und kochst, auf was du Lust hast und weißt am Ende des Tages auch genau, was du gegessen hast. Mir persönlich hilft das sehr, einen Urlaub besser genießen zu können, weil ich zum einen grundsätzlich weniger esse und zum anderen eher Dinge, von denen ich weiß, dass ich mich danach gut fühle und nicht elend und überfressen.

 

  1. Frühstück im Schlafanzug

Was mich mit Abstand am meisten an Hotels nervt ist, dass ich mich bereits vor dem Frühstück anziehen und mir die Haare kämmen muss. Kein Problem beim Camping: Dein Stellplatz ist dein Wohnzimmer und da kannst du rumlaufen, wie du willst. Was gibt es schöneres als aufzustehen, sich an die frische Luft zu setzen und ganz gemütlich ein frisches Croissant zu verspeisen. Da kann ich mir tatsächlich wenig vorstellen.

 

  1. In der Natur

Und da schließt auch gleich der nächste Punkt an. Als Camper bist du fast immer direkt mitten in der Natur. Viele Campingplätze liegen direkt am Wasser mit einem eigenen Strand oder in hübschen Waldstücken. Je nachdem in welchem Land man unterwegs ist, kann man auch einfach mitten im Nirgendwo wildcampen (meistens ist das allerdings nur mit dem Zelt erlaubt und nicht mit dem Wohnmobil). Mit Vogelgezwitscher und den ersten Sonnenstrahlen aufwachen, vor dem Schlafengehen unter‘m Sternenhimmel sitzen und kleine oder größere Tiere beobachten können. Naturliebhabern bleibt eigentlich kaum eine andere Möglichkeit, als zu campen.

 

  1. Vielseitig

Ich selbst habe schon verschiedene Arten von Camping gemacht. Mit meinen Eltern war ich im Wohnwagen unterwegs und ich weiß noch, wie fasziniert ich als Kind davon war, dass wir mit unserem Auto einfach eine Wohnung hinter uns herziehen konnten. Mit meinem Freund habe ich dann den ersten Zelt-Urlaub am Gardasee in Italien verbracht und zwei Mal waren wir jetzt mit einem Hymer-Reisemobil unterwegs (quasi ein kleines Wohnmobil, das man aber mit dem normalen Pkw-Führerschein fahren darf. Große Wohnmobile erfordern meistens einen anderen Führerschein.) Jede Art zu Campen hat ihre Vorzüge, wie ich finde. Und es ist auch für jeden etwas dabei: Vom Zwei-Personen-Zelt und kleinem Gaskocher bis zum luxuriösen Wohnmobil mit Nasszelle. Wer das entsprechende Kleingeld besitzt muss auch hier auf nichts verzichten. Zelt, Wohnwagen, Reisemobil? Campingküche, Grill, Gaskocher? Liegestühle, große Sitzgarnitur, Klappstühle? Die Varianten sind grenzenlos und so kann hier jeder glücklich werden.

 

  1. Flexibilität

Hat man erst einmal eine Reise gebucht, ist es oft schwer, diese wieder zu stornieren, wenn kein ernsthafter Grund vorliegt. Und selbst wenn es gelingt, ist man das Meiste seines Geldes dennoch los. Die Freiheit, die wir beim Camping haben, besteht darin, dass wir uns eine grobe Richtung überlegen und einfach losfahren. Wo es uns gefällt, bleiben wir stehen. Ist es sehr schön, bleiben wir länger, haben wir irgendwann alles gesehen und Lust auf etwas Neues oder wenn das Wetter nicht mehr mitspielt, fahren wir weiter. Natürlich muss man auch hier ein paar Dinge beachten. In der Hochsaison in Touristengebieten sind auch die meisten Campingplätze ausgebucht. In der Regel sind das aber große Plätze mit Animation für Kinder usw. Wenn möglich sollte man sowieso immer die Hochsaison vermeiden. Wenn es aber nicht anders geht – wie bei uns die letzten Jahre leider auch der Fall – dann kann man abseits der Touristengebiete kleine, abgelegene Plätzen finden. An Campingplätzen kann man manchmal wirklich wahre Schätze entdecken, wenn man einfach noch ein paar Kilometer weiterfährt. Und grundsätzlich ist ja sowieso der Weg das Ziel.

 

  1. Kontaktfreudige Gemeinschaft

Unter Campern kommt man immer schnell ins Gespräch. Da wird gefachsimpelt, beratschlagt und heftig diskutiert. Denn Campen heißt natürlich auch oft: Selbermachen. Und so bespricht man die neuesten Trends und Techniken, vom Gasgrill bis zur Toilettenchemie. Vor allem bei einzelnen Gruppen ist man oft schneller mitten drin als man gucken kann, z.B. bei Besitzern von Eriba-Wohnwagen oder VW-Bussen. Das ist fast wie mit Motorradgangs: auf der Straße grüßt man sich im Vorbeifahren.

Aber auch mögliche Reiseziele werden ausgetauscht, Routen besprochen oder Geheimtipps gegeben. Man hilft sich gegenseitig aus, wenn der Nachbar in seinem kleinen Zelt beim Unwetter unter Wasser steht, man hilft bei Auf- und Abbau, man leiht sich Kaffee aus.

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Studium Theaterwissenschaft

Wenn mich Leute fragen, was ich studiere, und ich ihnen dann erkläre, dass ich meinen Bachelor in Germanistik abgeschlossen habe und jetzt einen Master in Theaterwissenschaft mache, schaue ich meistens erstmal in ratlose Gesichter. Zwei Fragen kommen dann in der Regel sofort:

  1. Was lernt man da?
  2. Was macht man später damit?

Eine dritte – bzw. vierte – Frage steht dann aber oft unausgesprochen im Raum, die nie jemand direkt stellen würde, die ich den meisten Leuten aber vom Gesicht ablesen kann: „Wozu braucht man sowas denn überhaupt? Wieso lernst du nichts Vernünftiges?“

Diese drei Fragen werde ich in diesem Beitrag versuchen, zufriedenstellend zu beantworten. Ja, alle drei.

 

Was lernt man in einem theaterwissenschaftlichen Studium?

Da in der breiten Masse tatsächlich wenig Menschen direkte Berührungspunkte mit dem Theater haben, denken viele als erstes ans Schauspiel. Wer mich kennt, weiß, dass es ungefähr das Letzte wäre, was ich freiwillig tun würde, mich auf eine Bühne zu stellen und vor Publikum zu spielen.

Was lernt man also, wenn nicht schauspielern? Unser Fach ist eigentlich sehr weit gefächert, weiter, als die meisten vermuten würden. Wir lernen zum einen Theatergeschichte: welche Traditionen gibt es? Wann haben Menschen angefangen, Theater zu spielen? Wie haben sich Schauspiel- oder Bühnentechniken seit den Anfängen verändert? Welche Theaterformen gibt es noch in anderen Kulturen?

Außerdem lernen wir natürlich etwas über Theorien. Ich werde hier kein Namedropping betreiben, weil das die wenigsten interessiert, aber es geht in den Unterrichtsinhalten um große Namen der Theatergeschichte, die verschiedene Theorien aufgestellt haben, nach welchen Maßstäben Theater stattfinden sollte. Dementsprechend hängen Theatergeschichte und die Beschäftigung mit den verschiedenen Theorien natürlich auch eng zusammen.

Es geht aber auch ganz konkret darum, wie man sich Inszenierungen anschaut, wie man sie in ihre verschiedenen Bestandteile zerlegen und analysieren kann. Hier geht es also weg von Texten und Büchern und es wird erst richtig spaßig – oder verwirrend vor allem bei der Beschäftigung mit zeitgenössischem Theater. Theatrale Inszenierungen bestehen einfach aus so vielen verschiedenen Elementen, dass ich persönlich es wahnsinnig spannend finde, diese Einzelteile auseinanderzunehmen.

Und es wird noch praktischer. Ich weiß nicht, wie andere Unis das handhaben, bei uns jedenfalls gibt es einen großen praktischen Anteil. Das heißt zum einen, dass wir Schreibkompetenz jenseits des Wissenschaftlichen lernen. Also beispielsweise Kritiken verfassen oder eigene Szenen oder kleine Stücke schreiben.

Zum anderen – und damit sind wir wieder beim Anfang – haben wir die Möglichkeit in einem Seminar unsere Schauspielfähigkeiten zu erproben. Das habe ich noch vor mir und hab mich immer noch nicht entschieden, ob ich mich darauf freue oder Angst davor habe.

 

Was macht man später damit?

Es gibt unzählige Berufe in und am Theater, die nichts mit Schauspiel zu tun haben. Wir werden an der Uni wohl nicht dafür ausgebildet, um Bühnen- oder Kostümbildner zu werden, aber dennoch gibt es einige Möglichkeiten. Kurz gefasst erkläre ich Leuten, die mich danach fragen immer, dass das Studium auf eine „künstlerische Leitungsposition“ hinführen soll. Das ist natürlich immer noch sehr vage, zugegeben. Darunter fällt zum Beispiel die Intendanz eines Theaters (in der Wirtschaft würde man vermutlich CEO sagen) oder Dramaturgie. Letzteres ist bisher mein zukünftiger Plan. Die Arbeitsbereiche eines Dramaturgen sind je nach Größe des Hauses unterschiedlich breit gefächert. Grundsätzlich ist ein Dramaturg aber ein Textmensch. Er schreibt Programme, Begleithefte, manchmal auch Pressemitteilungen. Er recherchiert Hintergrundinformationen zu Stücken, ist beteiligt an der Überarbeitung der Texte für Inszenierungen und und und … In meinem Kopf aktuell genau das, worauf ich Lust habe. Ob sich das bewahrheitet, werde ich im Sommer rausfinden, wenn ich ein Praktikum in diesem Bereich mache.

Abgesehen von diesen „künstlerischen Leitungspositionen“, wie ich sie nenne, gibt es aber auch noch andere Berufsfelder. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kritiker, Kulturmanagement, Festivalorganisation … mit ein bisschen Fantasie kann man in eigentlich jedem kulturellen Bereich Fuß fassen.

 

Wieso lernst du nichts Vernünftiges?

Naja, die simple Antwort hierauf ist: „Weil ich das, was vom Gros der Gesellschaft als ‚sinnvoll‘ angesehen wird, einfach nicht kann, nicht verstehe oder schlicht langweilig finde.“ Ich kann kein Ingenieurwesen studieren, weil ich eine technische Niete bin. Ich will kein Jura studieren, weil ich keine Lust habe, ewig Paragraphen auswendig zu lernen. Ich habe null ökonomisches Verständnis und wäre in BWL daher vollkommen aufgeschmissen. Ich habe mein Studium aufgrund des einen simplen Aspekts gewählt, dass es mir Spaß macht. Nicht danach, wie viel Geld ich später verdienen kann, nicht danach, wie hoch die Jobchancen sind. Wenn ich daran denke, dass ich diesen Job (welcher es dann auch immer sein wird) aller Wahrscheinlichkeit nach für den Rest meines Lebens ausüben werde, will ich mich nicht jeden Morgen quälen müssen, aufzustehen. Das ist das Eine.

Das Andere ist, dass Theater oder Kultur im Allgemeinen meiner Meinung nach nichts „Sinnloses“ oder „nicht Vernünftiges“ ist. Kultur ist ein gesellschaftliches Allgemeingut und deswegen wichtig.

Theater kann Gesellschaften einen Spiegel vorhalten, sie kritisieren, sie an den Pranger stellen. Es ist aber auch Unterhaltung (ich gebe zu, dass viele Theatermenschen das oft vergessen, aber ich denke, das ist elementar, wenn wir die Menschen nicht verschrecken wollen), Auszeit vom Alltag, ein gemeinsames und gleichzeitig doch individuelles Erlebnis. Es ist auf jeden Fall etwas, das nicht verloren gehen darf, nur weil heutzutage alles effizient und zielorientiert sein muss. Alles muss einem Zweck dienen, einen Mehrwert bringen und am besten gleichzeitig bio, fairtrade und digital sein. Macht doch einfach mal was, weil es schön ist! Für die Ästhetik und nicht für den Profit. Ich denke, jeder von uns kann ein bisschen mehr Schönheit in seinem Leben vertragen – und wenn ich dafür sorgen kann, umso besser. 

 

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