Prüfungsphase stressfrei überstehen – Tipps und Organisation

Jeder Student kennt das: zwei Mal im Jahr weiß man einfach nicht mehr, wo einem der Kopf steht, vernachlässigt alle sozialen Kontakte, ernährt sich hauptsächlich von Nudeln und Schokolade und das Tageslicht hat man eh schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen, weil man gefühlt wochenlang in einer stickigen Bibliothek sitzt. Auch ich befinde mich gerade selbst wieder in einer etwas überfüllten Prüfungsphase (überfüllt vor allem auch deswegen, weil ich es scheinbar für eine tolle Idee gehalten habe, genau in der Zeit mein Pflichtpraktikum anzufangen. Facepalm!) und habe auch heute, nach mittlerweile vier Jahren Universität, immer noch manchmal Momente in denen ich denke „Das schaffe ich niemals alles!“ Also klar, schaffen tut man es meistens schon irgendwie, aber ich kleiner Perfektionist, will ja auch meinen eigenen Ansprüchen genügen und eben nicht einfach nur bestehen nach dem Motto „Vier gewinnt“, sondern eben auch am Ende ein gutes bis sehr gutes Ergebnis abgeben. Ohne dabei zwei Monate lang auf dem Zahnfleisch gehen zu müssen.

Daher dachte ich, wäre es doch mal eine gute Idee, ein paar Tipps und Strategien mit euch zu teilen, die ich in den letzten vier Jahren entwickelt habe, um meine Prüfungsphase etwas stressfreier zu überstehen.

 

Schritt für Schritt

Am Anfang sieht man immer erstmal einen riesigen Haufen Arbeit vor sich liegen, der auf den ersten Blick unüberwindbar erscheint. Daher ist das erste was ich immer mache, den großen Haufen in viele kleine zu unterteilen. Dazu schaue ich mir zuerst die einzelnen Fächer an: Welchen Leistungsnachweis muss ich in welchem Fach erbringen und wie groß ist der Workload für jedes einzelne Fach und jede Prüfung? Dann nehme ich mir einen Kalender zur Hand trage alle fixen Termine ein: Klausuren, mündliche Prüfungen, Hausarbeitsabgaben … (Ich nutze in meinem Filofax zwei Seiten pro Woche, so habe ich den besten Überblick. Andere haben lieber eine Seite pro Tag oder eine ganz andere Einteilung, da muss jeder für sich rausfinden, womit er am besten arbeiten kann.)

Wenn diese Termine eingetragen sind, mache ich mir einen Lernplan, d.h. ich schaue mir jetzt für jedes Fach, das geprüft wird, den Stoff an, schätze ab wie viel das ist und wie lange ich brauche, um alles zu lernen und trage mir dementsprechend in meinen Kalender den Tag ein, an dem ich spätestens anfangen muss. Wenn ich ganz penibel bin setze ich mir auch noch Zeitrahmen zum Zusammenfassen des Stoffs und dann zum Wiederholen. Das kommt aber auch sehr individuell auf das Fach an, manche Dinge kann man auch einfach nicht zusammenfassen. Das ist das Vorgehen bei Klausuren und mündlichen Prüfungen, wobei ich für mündliche Prüfungen immer ein gutes Stück weniger Zeit einplane, weil die erstens nicht so lange dauern, d.h. es kann nicht so viel abgefragt werden, und man zweitens bei dieser Prüfungsform sehr gut die Möglichkeit hat, das Gespräch selbst in eine Richtung zu lenken.

Gerade bei Fächern, in denen extrem viel Stoff abgefragt wird und wo es dann am Ende doch auf das von uns allen geliebte Auswendiglernen hinausläuft, ist ein Tipp denke ich noch ganz wichtig: Nicht in Details verlieren. Natürlich will man am liebsten alles verinnerlichen, aber manchmal ist es in Anbetracht der Zeit dann doch einfach zu viel. Deswegen arbeitet euch vom Großen ins Kleine vor, lernt zuerst die groben Zusammenhänge und hangelt euch dann langsam immer eine Ebene weiter nach unten. Ansonsten lauft ihr Gefahr zwar ein Thema perfekt zu beherrschen, von den anderen fünf aber keine Ahnung zu haben.

Bei Hausarbeiten gehe ich vom Prinzip her eigentlich genauso vor wie bei Klausuren, nur dass es hier natürlich ein paar mehr Schritte sind, für die ich mir Zeiträume einplane. Themenfindung, Recherche, Texte lesen und zusammenfassen, Gliederung erstellen, schreiben. Wichtig bei Hausarbeiten ist vor allem, sich einen Puffer am Ende freizulassen. Ich versuche meistens so eine Woche vor der Deadline fertig zu sein, damit ich die Arbeit mal ein paar Tage liegen lassen kann, bevor ich sie nochmal Korrektur lese, sonst sieht man echt den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Und spart euch niemals diesen letzten Schritt! Es ist manchmal echt gruselig, was ich für Fehler beim Schreiben mache und ich kriege Schweißausbrüche, wenn ich mir vorstelle, ich hätte sowas an meinen Dozenten geschickt. Vielleicht habt ihr ja auch liebe Freunde oder Verwandte, die mal über eure Arbeiten drüber lesen, die haben meistens nochmal einen ganz anderen Blick darauf. (Riesiges Danke an der Stelle an meine Mama, die sich viel Zeit dafür genommen hat, meine komplette Bachelorarbeit zu lesen und meine manchmal komischen Satzstrukturen zu entwirren!)

 

Durchatmen und anfangen

Auch ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich mich bereits bevor ich mit dem Lernen angefangen habe, unglaublich darüber stresse, wie viel ich zu tun habe und, dass das ja niemals zu schaffen ist. Klar, mit der Einstellung stimmt das wohl. Aber wie bei allem ist auch hier das Anfangen der schwierigste Schritt. Mit genug Planung und den oben beschriebenen Vorbereitungen, habt ihr aber eigentlich überhaupt keinen Grund mehr euch zu stressen und könnt eure Energie stattdessen sinnvoll da nutzen, wo ihr sie braucht. Ist der Anfang erstmal gemacht und ist man in der Arbeit drin, läuft es in der Regel besser als erwartet.

 

Wissen, wann es genug ist

Macht immer mal wieder kleine Pausen während des Lernens. 16 Stunden am Tag vor der Klausur durchzulernen bringt die wenigstens Leute tatsächlich weiter. Irgendwann ist die Konzentration einfach hinüber und man fabriziert nur noch Stuss. Also: Pausen sind wichtig, um mal den Kopf zu entlüften. Macht einen Spaziergang, geht zum Sport, schaut euch eine Folge eurer Lieblingsserie auf Netflix an (keine ganze Staffel!!). Danach seid ihr wieder aufnahmefähig und könnt wieder frisch an die Arbeit gehen.
Ich persönlich lerne auch höchst selten noch für eine Prüfung am Abend vorher, weil ich inzwischen weiß, was ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht verstanden habe, werde ich auch dann nicht mehr verstehen. Ich weiß, dass das lange nicht auf alle zutrifft, aber bei mir ist das so. Und wenn ihr feststellt, dass ihr auch am Abend vorher oder sogar ein paar Stunden vorher nichts mehr in euren Kopf reinkriegt, dann lasst es bleiben und stresst euch nicht mehr damit. Ihr seid bestimmt genug vorbereitet.

Zweite Chancen gibt es immer

Das klingt jetzt vielleicht demotivierend, aber manchmal schafft man sein Pensum trotz bester Vorbereitung und eisernem Willen einfach nicht. Aber das ist vollkommen okay, wir sind keine Maschinen. Manchmal kommen äußere Einflüsse dazu, wegen denen man nicht so gut lernen kann oder die einem Zeit rauben, manchmal hat man in der Prüfung ein Blackout, manchmal ist der Korrektor einfach fies. Zweitprüfungen zu absolvieren, ist absolut keine Schande. Ich glaube jeder Student muss das im Laufe seiner Universitätskarriere mindestens einmal einsehen. Also, wenn ihr hinfallt, aufstehen, Krone richten und weiter geht’s.

 


Ich hoffe diese Tipps helfen euch ein bisschen, etwas entspannter in die nächste Prüfungsphase zu gehen und euch weniger zu stressen. Das ist alles kein Hexenwerk und mit ein bisschen Planung kriegt ihr auch das vollgepackteste Semester rum.
Welche anderen Strategien habt ihr vielleicht noch, außer den von mir beschriebenen? Lasst es mich und die anderen in den Kommentaren wissen!

 

 

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3 Kommentare zu „Prüfungsphase stressfrei überstehen – Tipps und Organisation“

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