Dänemark mit dem Camper: Unsere Reiseroute

Am 20.07. um 23 Uhr abends ging’s los: Olaf war gepackt, wir stiegen ein und fuhren die Nacht durch bis Wischhafen an der Elbe. Eine kleine Power-Nap-Pause von zwei Stunden gab’s, mehr Schlaf war nicht drin. Bei Wischhafen haben wir die Elbe mit der Fähre überquert. Zweieinhalb Stunden Wartezeit waren nach der fast durchwachten Nacht eine willkommene Pause.

Erster Halt: Sankt Peter-Ording

Nach der Fährüberfahrt erreichten wir am Nachmittag unser erstes Ziel: St. Peter-Ording. Da wir total fertig waren von der Fahrt, ging es an diesem Tag früh ins Bett. Am nächsten Morgen aber packten wir sofort unsere Siebensachen und zogen vom Campingplatz um auf den Autostrand, wo wir frühstückten und den Tag gemütlich verbrachten. Wir fanden es hier wirklich total schön, im Nachhinein ist der Autostrand in SPO allerdings nicht wirklich zu empfehlen. 6 Euro mussten wir bezahlen, um hier parken zu dürfen und bis zum Wasser ist es immer noch ein mindestens 10-minütiger Spaziergang.

Sankt Peter-Ording Autostrand
Unendliche Weite: Der Autostrand von Sankt Peter-Ording

Wir fuhren dann noch ein Stück weiter und verbrachten die nächste Nacht in Husum, weil wir hier schon einmal waren vor zwei Jahren und das Städtchen einfach schön fanden. Am Tag darauf ging es dann aber endlich über die Grenze nach Dänemark.

Über die Grenze zu Dänemark: Rømø

Gegen Nachmittag kamen wir auf dem Autostrand der Inseln Rømø an und das hat uns erstmal geflasht. Nicht nur, dass man den Strand hier kostenlos befahren darf, nein, mit einem guten Auto kann man auch tatsächlich quasi bis ins Wasser fahren. Mit unserem 50PS-Heckantrieb haben wir uns allerdings nicht so weit vorgewagt. Die Gefahr, sich festzufahren, ist durchaus real. Wir hatten an diesem Tag zweimal das Vergnügen.

Autostrand Rømø
Auf der riesigen Fläche des Strandes hat man immer genug Abstand zu den Nachbarn
Autostrand Rømø. Kochen.
Kochen und Abendessen am Strand: Eine einmalige Atmosphäre.

Offiziell ist es nicht erlaubt, mit dem Camper hier zu übernachten. Dennoch tun es viele. Wir waren lange hin- und hergerissen, aßen zu Abend am Strand und saßen lange noch draußen. Letztendlich haben wir uns aber doch (noch) nicht getraut, über Nacht hier zu bleiben und haben den Strand dann so um 21 Uhr verlassen. Die Nacht verbrachten wir dann auf einem Picknickplatz etwas abseits von der Straße, der sogar eine verhältnismäßig sehr saubere und kostenlose Toiletten geboten hat. Hier waren wir auch nicht allein, drei oder vier andere Wohnmobile standen bereits auf dem Platz, als wir ankamen.

Camping in den Dünen: Hvide Sande

Unser nächstes Ziel ist eine absolute Empfehlung für jeden, der mit dem Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt nach Dänemark fährt. Der Campingplatz Nørre Lyngvig bei Hvide Sande. Pro erwachsene Person zahlt man hier in der Hauptsaison 88 dänische Kronen (11,80 €) und eine Platzgebühr von 35 Kronen (4,70 €) pro Nacht. Strom kostet weitere 35 Kronen. Für das Angebot, das der Platz bietet, ist das meiner Meinung nach ein absolut angemessener Preis. Wir haben für schlechtere Plätze schon weitaus mehr bezahlt. Das tolle an diesem Campingplatz ist, dass man sich hinstellen kann, wo man möchte und eben mitten in den Dünen stehen kann. Im Zentrum des Platzes, in der Nähe der Sanitäranlagen merkt man schon, wenn der Platz voll ist. Hier war es unserer Meinung nach auch nicht so schön. Aber am Rand in den Dünen bekommt man davon überhaupt nichts mit und hat total seine Ruhe. Weil es uns so gut gefallen hat, sind wir zwei Nächte hier geblieben.

Camping Hvide Sande in den Dünen
Camping mit in den Dünen: der Campingplatz Nørre Lyngvig.

Dänemark: Land der Autostrände

Dann machten wir uns weiter auf den Weg Richtung Norden Dänemarks. Bei Rødhus verschlug es uns wieder an einen Autostrand. Dieser hier ist ganze dreißig Kilometer lang und gilt quasi als die inoffizielle Straße parallel zur eigentlichen Straße. Der Sand ist so festgefahren, dass auch wir mit unserem Olaf bis ganz nah ans Wasser heranfahren konnten. So trennten uns, wenn wir ausstiegen, nur etwa 5 Meter von den seichten Wellen der Nordsee, in der man heute auch problemlos baden konnte. Also gönnten wir uns eine Erfrischung bevor wir abends gemütlich grillten und den Sonnenuntergang beobachteten. Die Nacht verbrachten wir hier und es war einer der schönsten Momente hier morgens aufzuwachen.

Sonnenuntergang
Sonnenuntergang am Meer

An diesem Tag legten wir später eine etwas weitere Strecke als an den anderen Tagen zurück, da wir jetzt bis in die Nähe von Aarhus fuhren. Wir übernachteten auf einem nicht weiter nennenswerten Campingplatz und besichtigten am nächsten Tag die Stadt. Wir haben nur einen kleinen Bummel durch die Innenstadt gemacht und nicht wirklich Sightseeing in dem Sinn. Deswegen kann ich an dieser Stelle auch nicht so viel zu Aarhus sagen, außer, dass es mir gut gefallen hat.

Legoland Dänemark

Jetzt stand ein spannender Tag bevor: Wir besuchten das Legoland Billund. Für David ging hier ein kleiner Traum in Erfüllung, weil seine Kindheit einfach total von Lego geprägt war. Von mir kann ich das nicht behaupten, aber auch ich war extrem begeistert von diesem Park und von dem, was dort aufgebaut wurde. Insbesondere das Miniaturland ist einfach nur beeindruckend. So viel Liebe zum Detail habe ich selten irgendwo gesehen.

Aber Fahrgeschäfte durften hier natürlich auch nicht fehlen. Ich bin ja so ein kleiner Angsthase und habe absolut keinen Drang danach, Achterbahn zu fahren. Die Bahnen im Legoland, die dann ja doch eher für kleinere Kinder ausgelegt sind, haben mir tatsächlich vollkommen gereicht. Aber wir hatten unseren Spaß. Und dass wir ungefähr das einzige Paar ohne Kinder im ganzen Park waren, war uns dabei auch herzlich egal.

 

Zum Abschluss fuhren wir wieder nach Rømø zum Autostrand und verbrachten diesmal auch die Nacht dort. Am nächsten Tag ging es dann schon wieder Richtung Deutschland, da wir die Heimfahrt gemütlich angehen und uns ein paar Tage Zeit lassen wollten. Immerhin sind es von der Grenze Dänemarks bis in die Heimat etwa 750 Kilometer und bei über dreißig Grad ohne Klimaanlage war das ziemlich anstrengend.

Reiseroute Dänemark
Unsere Route durch Dänemark im Überblick

 

Wart ihr schonmal in Dänemark? Wenn ja, was sind eure Empfehlungen und Must Sees? Das würde mich sehr interessieren.

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32 Kommentare zu „Dänemark mit dem Camper: Unsere Reiseroute“

    1. Ja, allerdings. Wie in fast ganz Europa war es auch in Dänemark ungewöhnlich warm 😀 Wir hatten viel Sonnenschein, an der Küste ging aber auch immer Wind, sodass es sehr angenehm und nicht zu heiß war 🙂 Einen einzigen Abend hat es nur geregnet.

  1. Hallo Anika,

    so soll es sein, ein super Trip durch Dänemark.

    Wenn unser amerikanischer Schulbus zum Wohnmobil umgebaut ist, dann machen wir das auch genau so. Nur auf dem Sandstrand, da haben wir dann nix verloren.

    Viele Grüße und noch weitere tolle Touren mit „Olaf“
    Wolfgang

    1. Ein alter Schulbus wie cool!
      Wir haben tatsächlich auch einen großen Linienbus auf dem Strand gesehen. Man muss halt aufpassen wo man hinfährt, letztendlich verhält sich Sand ja genauso wie Schnee 😉

  2. Ganz tolle Impressionen aus Dänemark. Ich war bislang dort noch nie, habe mich aber aufgrund eines Berichts total in Bornholm verliebt und möchte dort gerne bald mal hin.

    Viele Grüße
    Natascha

    1. Es gibt hier auch öffentliche Toiletten. Auf Rømø haben die allerdings 50 Cent bzw. 2 Kronen gekostet. Auf dem anderen Strand waren sie kostenlos und da gab es auch eine Dusche, allerdings musste man da sehr weit laufen je nachdem wo man mit dem Camper stand. Da ist man schneller mal in die Dünen gelaufen 😉
      Wir hatten außerdem eine Solardusche dabei, die wir außen am Auto aufgehangen hatten. Um sich nach dem Baden im Meer kurz abzuduschen, ist das völlig ausreichend 🙂

  3. Auf Römö war ich sogar auch mal. Interessante Erfahrung, leider hatte ich nicht soviel mitbekommen, da ich zu der Zeit eine Trennung durchleben musste, aber wer weiß, vielleicht kann man nun wieder mal hin dank deines Artikels 🙂 LG!

  4. Das ist ja toll. Ich möchte unbedingt auch mal in so einem Camper reisen. Ein bisschen kenne ich es vom Urlaub mit dem Wohnwagen, aber ich glaube mit so einem Bus ist man noch freier 🙂 Hört sich jedenfalls nach einem tollen Trip an 🙂

    Liebe Grüße

    Pascale

    1. Meiner Meinung nach, gibt es kein größeres Freiheitsgefühl, als mit unserem Bus unterwegs zu sein. Wir kommen überall damit hin, weil er klein genug ist, aber gleichzeitig haben wir alles dabei, was wir brauchen. Für mich die beste Art zu reisen.

    1. Als so viel teurer als Deutschland haben wir es jetzt gar nicht empfunden. Ohnehin sind Lebensmittel in fast allen Ländern teurer als bei uns. In Dänemark trifft das vor allem auf Milch- und Käseprodukte zu, das liegt vor allem an der Fettsteuer, die das Land eingeführt hat. Eis essen ist daher auch ein ziemlich teures Vergnügen.

  5. Oh wie klasse, für mich geht es nächsten Monat auch wieder nach Dänemark und ich kann es kaum abwarten! Ich liebe das Land einfach, aber einen Roadtrip habe ich bisher noch nicht gemacht, aber wie ich das so sehe MUSS ich es mal machen 🙂

    Liebe Grüße,
    Yvonne von Willascherrybomb

  6. Eine coole Tour, die ihr da mit Olaf gemacht habt. Ich würde ja sagen, durch die (halbswegs) saubern Toiletten, ist die fehlende Nacht am Strand noch zu verschmerzen 😉

    Ich glaube nächstes Jahr könnte ich auch mal mit meinem Günther (mein großer, froschgrüner T3 Westfalia) so eine Tour machen. Danke daher für den Tourvorschlag.

    Besten Gruß
    Henrik von Fernweh-Koch
    Fernweh-Koch bei Pinterest

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